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Wegen „Propaganda“: Britisch-iranische Doppelstaatlerin erneut angeklagt

© REUTERS / ANDREW BOYERSRichard Ratcliffe, der Ehemann der britisch-iranischen Doppelstaatlerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe, und ihre gemeinsame Tochter Gabriella protestieren vor der iranischen Botschaft in London, 8. März 2021
Richard Ratcliffe, der Ehemann der britisch-iranischen Doppelstaatlerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe, und ihre gemeinsame Tochter Gabriella protestieren vor der iranischen Botschaft in London, 8. März 2021 - SNA, 1920, 14.03.2021
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Die britisch-iranische Doppelstaatlerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe ist nach Verbüßen einer fünfjährigen Haftstrafe im Iran erneut angeklagt worden. Das teilte die britische Abgeordnete Tulip Siddiq, in deren Londoner Wahlkreis Zaghari-Ratcliffes Wohnort liegt, am Sonntag mit.
Ihr werde Propaganda gegen den Iran vorgeworfen, so die Politikerin. Mit einem Urteil werde womöglich bereits binnen einer Woche gerechnet.
Zaghari-Ratcliffe sitzt seit einem privaten Besuch bei ihren Eltern im Jahr 2016 im Iran fest. Nach einem mehrjährigen Gefängnisaufenthalt war sie zuletzt mit elektronischer Fußfessel im Hausarrest. Erst vor wenigen Tagen hatte sich Premierminister Boris Johnson in einem Gespräch mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani dafür eingesetzt, sie ausreisen zu lassen.
Nazanin Zaghari-Ratcliffe  - SNA, 1920, 07.03.2021
Nach fünf Jahren Haft im Iran: Britin Zaghari-Ratcliffe vorläufig frei
Der britische Außenminister Dominic Raab sagte einer Mitteilung zufolge, es sei inakzeptabel, dass Iran eine „zweite vollkommen willkürliche” Anklage gegen Zaghari-Ratcliffe eingeleitet habe. Er forderte, die Mutter eines sechsjährigen Mädchens müsse umgehend zu ihrer Familie nach Großbritannien gelassen werden.
Der 42-Jährigen war ursprünglich unter anderem Spionage vorgeworfen worden. Die Projektmanagerin der Thomson Reuters Stiftung wurde beschuldigt, einen Umsturzversuch gegen das Regime im Iran geplant zu haben.
Obwohl die Britin alle Anklagepunkte gegen sich vehement zurückwies, wurde sie von einem Revolutionsgericht zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Ihr Mann Richard Ratcliffe, der sich von Großbritannien aus vehement für ihre Freilassung einsetzt, befürchtet im schlimmsten Fall eine erneute jahrelange Haftstrafe.

Teherans verstecktes Motiv?

Vermutet wird, dass Teheran mit dem Verfahren gegen Zaghari-Ratcliffe die Zahlung alter Schulden Großbritanniens aus der Zeit vor der Islamischen Revolution im Jahr 1979 erzwingen will. Der ehemalige britische Außenminister Jack Straw (Labour) empfahl der Regierung am Sonntag in einem Interview von Times Radio, das Geld zu zahlen. Das gestaltet sich aber wegen US-Sanktionen gegen den Iran wohl als schwierig.
Es geht um 400 Millionen Pfund (etwa 466 Millionen Euro) aus einer Panzerbestellung des Schahs, die nach seinem Sturz aber nie ausgeliefert wurde.
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