„Gib Kunst zurück“: Eselshaut tragende Schauspielerin entblößt sich aus Protest gegen Schließungen

© AFP 2022 / BERTRAND GUAYCorinne Masiero
Corinne Masiero  - SNA, 1920, 13.03.2021
Die Schauspielerin Corinne Masiero hat sich bei der Verleihung des französischen Filmpreises César splitternackt ausgezogen, meldet die Nachrichtenagentur AFP am Samstag. Damit wollte Masiero demnach gegen coronabedingte Schließungen von Kultureinrichtungen protestieren.
Die Zeremonie verlief demzufolge am Freitag in einer „leidenschaftlich politischen Atmosphäre“. Die 57-jährige Schauspielerin, bekannt unter anderem für die Titelrolle in der französischen Kriminalserie „Capitaine Marleau“, trat als Laudatorin für die Kategorie Beste Kostüme auf die Bühne. Das entsprechende Video veröffentlichte der Fernsehsender Canal+, der die 46. Auflage des angesehenen Filmpreises live ausgestrahlt hatte, am Samstag auf Twitter.
Die Aufnahmen zeigen Masiero auf der Bühne in einem Eselskostüm und mit Tampons als Ohrringen. Unter der Kunsteselshaut trug sie ein mit Kunstblut getränktes Kleid.
Dann zog sich die Schauspielerin nackt aus und zeigte den auf ihrem Körper in Blutrot gemalten Slogan „No Culture No Futur“ („Keine Kultur – keine Zukunft“). Auf ihrem Rücken stand die Forderung an den französischen Premierminister Jean Castex: „Gib uns die Kunst zurück, Jean!“
„Derzeit sind wir so: völlig nackt“, zitiert die Nachrichtenagentur die 57-Jährige.
Ihre Protestaktion erntete auf sozialen Netzwerken unterschiedliche Reaktionen. Während einige User sich schockiert zeigten, lobten andere Masieros Engagement.
„Es gibt ja auch Grenzen“, schrieb beispielsweise ein Internet-Benutzer unter dem Namen Victor.
„Das ist verrückt“, twitterte „Olive“.
Aus der Sicht einiger Kommentatoren war die Aktion „vulgär“ und „stillos“. „Es gibt mir den Wunsch, mein Abo zu löschen“, meinte „steph“. Der User unter dem Namen Alan Nahum schrieb von einer „Schande“.
„Ja, die Weise, auf die man mit Kunst und Kultur umgeht, ist wirklich beschämend“, antwortete ihm „Yann Boulègue“. „Glücklicherweise ist sie da, um auf die Betrüger Druck auszuüben.“
Auch andere Twitterer zeigten ihren Respekt für die Handlungen der Schauspielerin, die man „poupou“ zufolge „nicht verdient“ habe.
„Großer Mut, ich liebe das“, schrieb der User „nikos“.
Die französische Académie des Arts et Techniques du Cinéma zeichnete am Freitag Albert Dupontels Tragikomödie „Adieu les cons“ („Auf Wiedersehen, Ihr Idioten“) in den Kategorien Film, Regie und Original-Drehbuch aus. Dem im Film mitwirkenden Nicolas Marié wurde ein César als Bester Nebendarsteller verliehen.
Laure Calamy von „Antoinette dans les Cévennes“ („Mein Liebhaber, der Esel & Ich“) und Sami Bouajila „Un fils“ („Ein Sohn“) erhielten Preise als Beste Darstellerin beziehungsweise Bester Darsteller. Émilie Dequenne wurde als Beste Nebendarstellerin für „Les choses qu’on dit, les choses qu’on fait“ („Die Dinge, die wir sagen, die Dinge, die wir tun“) gekürt.
Der leere Konzertsaal von Opernhaus Dortmund, November 2020 - SNA, 1920, 11.03.2021
Mit Test ins Theater: Berlin plant Pilotprojekt
In Frankreich kam es zuvor zu Demonstrationen wegen der Schließung von Theatern, Kinos und Museen. Es wurde laut Medienberichten gefordert, dass die Regierung die Kulturbranche retten solle. Aktivsten und Studenten besetzten aus Protest mehrere nationale Theater.
Sind Sie in den sozialen Netzwerken aktiv? Wir auch! Werden Sie SNA-Follower auf Telegram, Twitter oder Facebook! Für visuelle Inhalte abonnieren Sie SNA bei Instagram und YouTube!
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала