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Schweizer Regierung lehnte eigene Impfstoffproduktion ab?

© AFP 2021 / FABRICE COFFRINIChemiefabrik des schweizerischen Konzerns Lonza nahe Visp, wo die Komponenten des Moderna-Impfstoffes produziert werden sollten (Archivbild)
Chemiefabrik des schweizerischen Konzerns Lonza nahe Visp, wo die Komponenten des Moderna-Impfstoffes produziert werden sollten (Archivbild) - SNA, 1920, 12.03.2021
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Vor ungefähr einem Jahr offerierte die Firma Lonza dem Bundesrat, weitere Produktionsstätten für Corona-Impfstoffe zu gründen. Nach Angaben von Schweizer Medien habe der Bundesrat diese Offerte abgelehnt. Kann man die schleppende Impfkampagne des Bundes nun auf diesen Fehler zurückführen? Mehrere Parteien kritisieren jetzt den Bundesrat dafür.
Am Donnerstag wurde bekanntgegeben, dass der Bundesrat eine Offerte für eine eigene Produktionslinie des „Moderna“-Impfstoffes ausgeschlagen habe. Gerade im Hinblick darauf, dass die Impfkampagne der Schweiz nur sehr schleppend vorangeht, erntet die Regierung nun enorme Kritik.

Mehr Impfstoff für die Schweiz?

Konkret habe das Pharmaunternehmen Lonza aus Visp (Kanton Wallis) dem Bund vor ungefähr einem Jahr angeboten, die Produktionsanlagen zu erweitern. Im Wallis hätten noch Kapazitäten bestanden, so heißt es in einem Artikel der Schweizer Nachrichtenagentur „Nau“. Lonza könnte gesamthaft eine Produktion von 600 Millionen Impfstoffdosen im Jahr gewährleisten. Das heißt, dass alleine in der Schweiz bis zum Jahresende ungefähr 200 Millionen Dosen hätten hergestellt werden können. Platz und Patent seien keine Probleme für Lonza, schreibt die „Nau“.
Lonza offerierte laut Medienberichten eine Anlage, welche alleinig für die Schweiz produzieren sollte. Es lasse sich vermuten, dass die Schweiz nach einer kurzen Anlaufszeit wohl schnellstmöglich mit Impfstoff versorgt gewesen wäre. Dabei hätten sich die Kosten für 100 Millionen Impfstoffdosen laut Angaben der „Nau“ auf 60 bis 70 Millionen Franken (54-64 Mio. Euro) belaufen.
Stoffmasken (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.03.2021
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Dass der Bundesrat dieses Projekt abgelehnt habe, entspreche nicht den Gründen finanzieller Natur. Es fehlten notwendige juristische Grundlagen, um in eine solche Produktion aus Sicht der Regierung zu investieren. Die Vizedirektorin des BAG, Nora Kronig, erklärt: „Auch eine staatliche Produktion könnte nicht sofort genügend Dosen für alle bereitstellen.“
Vor allem die FDP habe sich über diese Begründung und die verfehlte Chance empört. Die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ berichtet, dass die Partei große Kritik an der Regierung geäußert habe. Sie verlange nun von dem Bundesrat und dem BAG eine Erklärung und sehe vor, im Notfall die Parlamentarische Untersuchungskommission einzusetzen. Die Ablehnung einer solchen Möglichkeit nur aufgrund von im Moment fehlenden Gesetzesgrundlagen fände die FDP „unverständlich und skandalös“.

Bisher werden Aussagen dementiert

Der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset habe sich am Freitag bezüglich Lonza geäußert. Dabei dementierte er ein solches Angebot der Firma. „Es gab keine Offerte“, sagte der Bundesrat auf mehrfache Medienanfragen. Da Lonza eine Firma sei, welche von Moderna beauftragt wäre, könne er sich auch nicht vorstellen, dass Lonza Garantien für Impfstoff in der Schweiz geben könne.
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