Mecklenburg-Vorpommern startet Kontaktverfolgung mit Luca-App

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Smartphone (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.03.2021
Smartphone (Symbolbild)
Die Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag laut der Nachrichtenagentur DPA an das System der Luca-App angeschlossen worden, um die Kontakte von Corona-Infizierten schneller ermitteln zu können.
Einrichtungen mit Publikumsverkehr wie Geschäfte, Gaststätten, Kulturbetriebe, Hotels, Behörden und andere können demnach ab sofort ein zusätzliches Tool zur Corona-Bekämpfung einsetzen. Die Gesundheitsämter können dann im Fall eines nachgewiesenen Corona-Falls auf die verschlüsselten Daten zur Kontaktverfolgung zurückgreifen.
„Wir schaffen damit die Zettelwirtschaft ab“, sagte die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig laut der DPA.
Am Montag gab die Regierung bekannt, dass Mecklenburg-Vorpommern als erstes deutsches Bundesland die Lizenz für die Nutzung des Luca-Systems erworben habe. Nach DPA-Angaben investierte das Land 440.000 Euro in die Lizenzierung des Systems und seine technische Anbindung an die Gesundheitsämter.
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Für die Nutzerinnen und Nutzer der App sowie die Gastgeber ist die Anwendung kostenlos. 3000 Betriebe hatten sich schon bei Luca angemeldet. Der Hip-Hop-Sänger Smudo und seine Band „Die Fantastischen Vier“ warben aktiv für die App.
„Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, in dem die Luca-App flächendeckend genutzt werden kann“, so Schwesig.
Diese schnelle Möglichkeit zur Nachverfolgung von Kontakten sei eine wichtige Voraussetzung, um öffentliche Einrichtungen Schritt für Schritt wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen.
„Zugleich entlasten wir die Gesundheitsämter, die schnell und sicher Infektionsketten nachverfolgen und unterbrechen können.“
Am Luca-System sind drei Seiten beteiligt: Gast, Gastgeber und Gesundheitsämter. Für die Gäste ist es am bequemsten, sich die dazugehörige Luca-App auf ihrem Smartphone zu installieren. Man kann aber auch über das Web seine eigenen Kontaktdaten eintragen. Die App überprüft mit Hilfe einer SMS, ob die angegebene Mobilfunknummer auch stimmt. Das Einchecken vor Ort läuft mit Hilfe der Smartphone-Kamera, die einen QR-Code einliest. Die Klötzchengrafik wird vom Gastgeber mit Hilfe der Luca-App generiert.
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Infiziert sich ein Nutzer, kann freiwillig die Check-in-Historie mit dem Gesundheitsamt geteilt werden. Das Gesundheitsamt informiert dann die einzelnen Veranstaltungsorte und Events und sendet eine Anfrage zur Datenfreigabe an das Luca-System. Mit dieser Anfrage kann der Gastgeber dem Gesundheitsamt alle zeitgleichen Check-ins seiner Gäste freigeben.
Tibor Jager, Professor für IT-Sicherheit und Kryptographie an der Bergischen Universität Wuppertal, kritisierte gegenüber der DPA, dass das Luca-System nicht quelloffen (Open Source) entwickelt wurde.

Unterschiede zwischen Luca und der Corona-Warn-App

Die Konzepte von Luca und der Corona-Warn-App des Bundes unterscheiden sich grundsätzlich. Die Corona-Warn-App stellt mit Hilfe des Bluetooth-Funks anonym fest, ob sich zwei Menschen über mindestens fünf Minuten gefährlich nahe gekommen sind. Außerdem dient die App der schnellen digitalen Übertragung der Testergebnisse.
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Bei Luca ist ein bewusstes Einchecken an einem Eventort, Geschäft, Verkehrsmittel oder Restaurant notwendig. Da Luca auch die Zettelwirtschaft bei Restaurantbesuchen oder ähnlichen Gelegenheiten ablösen soll, ist ein Einchecken nur mit Kontaktdaten möglich, die Telefonnummer wird dabei validiert.
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