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Alice Weidels Moskau-Reise: Nicht nur Politik, sondern auch Corona-Bekämpfung im Mittelpunkt

© SNA / Nikolaj JolkinAfD-Fraktionschefin Alice Weidel in Moskau
AfD-Fraktionschefin Alice Weidel in Moskau - SNA, 1920, 11.03.2021
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Am letzten Tag der dreitägigen Moskau-Reise besuchte die AfD-Delegation mit der Co-Fraktionschefin Alice Weidel an der Spitze das Gamaleja-Forschungszentrum, das „Sputnik V“ entwickelt hat. Bei ihrem Arbeitsbesuch wollten sich die deutschen Politiker über den russischen COVID-19-Impfstoff und die Infrastruktur vor Ort informieren lassen.
Außerdem interessierte die Delegation, der auch Petr Bystron, Obmann der AfD im Auswärtigen Ausschuss, und Robby Schlund, Vorsitzender der Deutsch-Russischen Parlamentariergruppe im Bundestag, angehörten, was Russland in der Corona-Bekämpfung anders als Europa macht. Sie erfuhren unter anderem, dass man sich in Einkaufszentren und Theaterhäusern kostenlos impfen lassen kann und damit eine schnelle Abdeckung mit dem Impfstoff erzielt, um zuerst die Risikogruppen und dann alle Interessierten zu schützen. Praktikable Lösungen führen dazu, dass das Land schnell in die Normalität zurückkehren kann. Deutschland könnte dies übernehmen, hieß es. Den Menschen müsse es überlassen bleiben, mit welchem Vakzin sie sich impfen lassen wollen, aber man müsse ihnen auch die Option zur Verfügung stellen, dies eben nicht zu tun.
Trotz massiver außenpolitischer Spannungen zwischen Russland und Deutschland will man in der AfD Kanäle für den Dialog offenhalten. Man sei hier für eine Kontinuität, hieß es in der Delegation. Erst vor drei Monaten war Parteichef Tino Chrupalla zu Besuch in Moskau. Nun kommt eine parlamentarische Delegation in die russische Hauptstadt. Während der Gespräche in der Staatsduma und im Außenministerium Russlands spürte man, wie es sich zeigte, die große Sorge der Russen um den Tiefstand der bilateralen Beziehungen und das Unverständnis über die ständige Kritik, die Belehrungen aus Deutschland und Doppelstandards.
Die AfD-Parlamentarier bemühen sich aber, Brücken zwischen den beiden Ländern zu einer Zeit zu bauen, wo Moskau seine tiefe Enttäuschung über den außenpolitischen Kurs des offiziellen Berlins zeigt. Auf die Frage, ob die Vorwürfe, eine kremlnahe Position einzunehmen, dem Ansehen der Partei schaden, meinte Robby Schlund im SNA-Gespräch am Rande der Treffen in Moskau: „Nein, im Gegenteil. Die deutsche Bevölkerung will, dass man mit Russland gute Beziehungen hat. Geschichtlich gab es eine Periode, die vom Krieg geprägt war. Und das wünschen die Menschen nicht mehr. Besonders im Osten ist es ja wichtig, dass wir genau das jetzt machen. Und sie erwarten, dass trotz aller Differenzen ein Dialog mit dem Ziel geführt wird, einen Minimalkonsens zu finden. Denn wenn das Gebäude einstürzt, muss auf jeden Fall noch ein Fundament da sein.“
Produktion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V - SNA, 1920, 11.03.2021
AfD-Fraktion fordert gleiche Chancen für russischen Corona-Impfstoff

Trotzdem will niemand mit der AfD zusammenarbeiten

„Das ist in der Tat unverständlich“, erwidert der Abgeordnete, „denn wir sind eine Partei, die konservativ, demokratisch, ehrlich und vor allen Dingen auch sozial ist. Wir haben eigentlich den Platz der CDU eingenommen, den sie ungefähr vor 20 oder 50 Jahren ganz streng gehabt hat. Und das ist eigentlich jetzt ein alter CDU-Kurs, wenn man das mal so nimmt, dass wir eben patriotisch sind, aber eben für die Menschen da sind. Mit allen Partnern dieser Welt wollen wir einen freundlichen Dialog führen. Aber Russland liegt uns besonders am Herzen, weil es eben Differenzen in der Kriegszeit gab. Und das soll nie wieder vorkommen. Wir setzen uns für die Völkerverständigung ein. Und da zählt auch Russland dazu.“

Moskau-Reise ein Teil des AfD-Wahlprogramms?

„Wir sind ja immer im Wahlkampf. Bei den Parteien gibt es keinen Tag, wo man nicht für Wählerstimmen kämpfen muss und auch für die Herbst-Wahlen vorbereitet sein muss. Viele Menschen wünschen sich genau das, dass wir gute Beziehung zu Russland haben. Und dann ist es natürlich auch ein Zeichen für die Wähler bei den Landtagswahlen oder der Bundestagswahl, dass wir sagen, wir stehen für Russland. Und sie sagen, o. k., dieser Partei kann man die Stimme geben. In diesem Sinne, ja, gehört unser Moskau-Besuch zu unserem Wahlkampfprogramm“, resümierte der Vorsitzende der Deutsch-Russischen Parlamentariergruppe des Bundestages.
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