Uniklinik Hamburg: Vergleich zwischen COVID-19 und Grippe

CC BY-SA 4.0 / Pauli-Pirat / Wikimedia Commons (cropped)Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Archivbild)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Archivbild) - SNA, 1920, 11.03.2021
Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben in einer interdisziplinären Beobachtungsstudie die Krankheitsverläufe von COVID-19-Patienten mit denen von Influenza-Patienten der Saison 2017/2018 verglichen. Es zeigten sich viele Parallelen, aber auch Unterschiede.
„COVID-19 wird häufig mit der saisonalen Grippe verglichen. Mit unserer Studie wollten wir die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in klinischen Merkmalen und dem Krankheitsverlauf beider Infektionen vor allem bei besonders gefährdeten Patientinnen und Patienten besser verstehen“, erklärt Erstautor Dr. Thomas Brehm von der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.
Die Mediziner konnten in ihrer Studie zeigen, dass Patienten mit geschwächtem Immunsystem besonders gefährdet sind für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung. Unter den immungeschwächten Patienten hatten die Patienten mit einer COVID-19-Infektion eine höhere Krankenhaussterblichkeit (33,3 Prozent) als die Patienten mit saisonaler Influenza (11,6 Prozent).
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Bei Krankenhausaufenthalt schwererer Verlauf bei COVID-19

Außerdem fanden die Forschenden heraus, dass COVID-19-Patienten im Durchschnitt jünger waren und weniger Komorbiditäten (Vor-/Begleiterkrankungen) aufwiesen als Patienten mit saisonaler Influenza. Trotzdem hatten die COVID-19-Patienten im Durchschnitt einen längeren Krankenhausaufenthalt (26 versus 17 Tage), benötigten häufiger eine Sauerstofftherapie oder eine invasive Beatmung und mussten häufiger auf die Intensivstation verlegt werden (40 Prozent) als Patienten mit saisonaler Influenza (20 Prozent).
In der Studie haben die Forschenden die Krankheitsverläufe von 166 im UKE behandelten Patienten mit COVID-19 mit 255 Patienten mit saisonaler Influenza direkt verglichen. Ihre Ergebnisse haben die UKE-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler im Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht.

„Unsere Beobachtungen decken sich mit den Ergebnissen aus nationalen Datenerhebungen des Robert Koch-Instituts und liefern wichtige Erkenntnisse für Krankenhäuser und Entscheidungsträger des öffentlichen Gesundheitswesens für die derzeitige Pandemie und künftige Pandemien“, sagt Co-Autor Priv.-Doz. Dr. Julian Schulze zur Wiesch von der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.

Priv.-Doz. Dr. Julian Schulze zur Wiesch
Co-Autor der Studie, I. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE
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