AfD-Fraktion fordert gleiche Chancen für russischen Corona-Impfstoff

© SNA / Absal KalijewProduktion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V
Produktion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V - SNA, 1920, 11.03.2021
AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel hat bei einem Besuch in Moskau gleiche Chancen für den russischen Corona-Impfstoff „Sputnik V“ in Deutschland gefordert wie für andere Vakzine auch. Auch ein linker Ministerpräsident macht Druck, „Sputnik V“ zuzulassen.
„Wir hoffen, dass jeder Impfstoff, egal woher er kommt, die gleichen Chancen auf eine Zulassung in der EU hat“, sagte Weidel mit Blick auf das Prüfverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA für „Sputnik V“. An diesem Donnerstag wollen Weidel und ihre Fraktionskollegen Robby Schlund und Petr Bystron Verantwortliche für den Impfstoff treffen.

Treffen mit Impfstoff-Entwicklern

Russland warnt immer wieder vor einer politischen Voreingenommenheit gegen seinen Impfstoff wegen zahlreicher Konflikte mit dem Westen. Geplant ist ein Treffen der AfD-Vertreter mit einer Wissenschaftlerin des Moskauer Gamaleja-Forschungszentrums, das „Sputnik V“ entwickelt hat, sowie mit dem Chef des staatlichen Direktinvestmentfonds RDIF, Kirill Dmitrijew, der sich um die internationale Vermarktung des Präparats kümmert.
Die AfD-Politiker wollen sich dem Vernehmen nach ein Bild machen vom Kampf gegen das Coronavirus in Russland, sich aber nicht selbst impfen lassen. Freiwillige können sich in der russischen Hauptstadt etwa auch in Einkaufszentren oder in der Oper gegen das Coronavirus impfen lassen. In dem Riesenreich gibt es kaum noch Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Pandemie. Russische Regionen beklagen aber teils einen Mangel an Impfstoff.
Exportversion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in Argentinien - SNA, 1920, 14.01.2021
Warum dauert die Zulassung von Sputnik V in der EU so lange?

Deutsche Zulassung für „Sputnik V“?

Weidel sprach sich nach dem Vorbild anderer Länder dafür aus, eine Zulassung von „Sputnik V“ auf nationaler Ebene in Deutschland zu prüfen, sollte sich das EMA-Verfahren in die Länge ziehen. Nötig sei eine Wahlfreiheit bei Impfstoffen sowie eine Aufklärung über die Beschaffenheit und Wirkungsweisen der Vakzine.

„Ich hoffe, dass „Sputnik V“ die gleichen Zulassungschancen hat wie andere Impfstoffe auch“

 Alice Weidel (Archiv) - SNA
Alice Weidel
AfD-Fraktionschefin im Bundestag
Weidel wollte am Donnerstag aus Moskau abreisen.

Ordert die EU in Russland?

In der EU wird „Sputnik V“ ohne EMA-Zulassung schon in Ungarn eingesetzt. Das Präparat ist nach russischen Angaben in fast 50 Ländern zugelassen. RDIF-Chef Dmitrijew hatte zuletzt gesagt, dass Russland vom Sommer an – nach Ende der Massenimpfung im eigenen Land – der EU rund 50 Millionen Dosen seines Impfstoffs zur Verfügung stellen könne. Auch über Produktionsstätten in der EU wird verhandelt.
Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow warb dafür, den Impfstoff „Sputnik V“ zu bestellen.

„Für mich ist der „Sputnik“-Impfstoff eine große Chance, wieder schneller zur Normalität zurückzukehren. Ich appelliere an die Bundesregierung, gegenüber der EU deutlich zu machen, dass jetzt bei den Produzenten von „Sputnik“ entsprechende Impfmengen geordert werden sollten.“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Archiv) - SNA
Bodo Ramelow
Thüringens Ministerpräsident gegenüber Funke Mediengruppe
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