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Erneut Proteste in Myanmar – Massive Polizeieinsätze, 60 Tote unter Zivilisten

© REUTERS / OBTAINED BY REUTERSProtestaktion in Mandalay am 10. März 2021
Protestaktion in Mandalay am 10. März 2021 - SNA, 1920, 10.03.2021
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In Myanmar demonstrieren am Mittwoch erneut Tausende Menschen gegen die Militärjunta. Laut örtlichen Medienberichten gingen die Sicherheitskräfte wieder mit massiver Gewalt gegen die Protestierenden vor. Über mögliche Todesopfer gab es zunächst keine Angaben.
In der Stadt Myingyan wurden nach Angaben des Online-Portals Mizzima News mindestens zwei Menschen durch Gummigeschosse schwer verletzt. Zudem soll die Polizei Tränengas eingesetzt, Barrikaden zerstört und in verschiedenen Landesteilen Festnahmen vorgenommen haben.
Auch in den beiden größten Städten des südostasiatischen Landes, Yangon (früher: Rangun) und Mandalay, fanden wieder Kundgebungen statt. „Ich appelliere an alle Menschen in Yangon, auf die Straßen zu gehen“, sagte ein 24-jähriger Demonstrant, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Der Putsch ist im Begriff zu scheitern, und wir werden siegen“, fügte er hinzu.
Proteste in Yangon, Myanmar - SNA, 1920, 06.03.2021
Myanmars Militär geht mit Tränengas und Blendgranaten gegen Demonstranten vor – Medien
Seit dem Militärputsch Anfang Februar kommt es in Myanmar (ehemals: Birma) immer wieder zu Massenprotesten. Polizei und Militär gehen dabei mit zunehmender Brutalität vor. Dutzende Menschen wurden bereits getötet.
Am Mittwoch gab es auch wieder Razzien der Sicherheitskräfte, unter anderem in Unterkünften von Angestellten der Bahn. Viele Eisenbahner haben sich der Bewegung des zivilen Ungehorsams (CDM) angeschlossen, die die Proteste anführt. Deshalb sind sie besonders im Visier der Militärs. Laut Augenzeugenberichten seien viele Menschen auf der Flucht. Es soll auch wieder Verhaftungen gegeben haben.
Die Demonstranten fordern die Freilassung der entmachteten und festgesetzten Regierungschefin Aung San Suu Kyi sowie die Wiedereinsetzung ihrer gewählten Regierung. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden seit Beginn der Proteste über 60 Menschen getötet. Annähernd 2000 wurden zumindest vorübergehend festgenommen.
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