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Zu nachsichtig mit Russland, zu machtorientiert? Sportpolitikerin Freitag kritisiert IOC-Chef Bach

© SNA / Alexey WitwitskyPresident of the International Olympic Committee (IOC) Thomas Bach
President of the International Olympic Committee (IOC) Thomas Bach - SNA, 1920, 09.03.2021
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In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur geht Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, mit IOC-Präsident Thomas Bach hart ins Gericht. Das IOC sei ein exklusiver Zirkel der sportpolitischen Macht.
Nach acht Jahren als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees will Thomas Bach es noch einmal wissen: Der deutsche Fecht-Olympiasieger will das IOC vier weitere Jahre anführen. Während es dafür viel Zustimmung aus der IOC-Exekutive gibt, zeigt sich SPD-Sportpolitikerin Dagmar Freitag weniger enthusiastisch. Unter Bach sei das IOC ein „exklusiver Zirkel der sportpolitischen Macht“ und „dank der Olympischen Spiele ein gigantisches Geschäftsmodell“. IOC-Präsident Bach verstehe es, virtuos auf der Klaviatur der Macht zu spielen und damit auch die eigene unangefochtene Macht zu sichern, so Freitag gegenüber der DPA.
Kritikwürdig findet die Politikerin Bachs nachsichtige Haltung gegenüber Staaten, „die die Werte des Sports wie Good Governance, Fairness und Respekt geradezu demonstrativ mit Füßen treten“. Anders könne man sein Verhalten in der „unendlichen russischen Doping-Causa“ nicht werten. Auch die „wachsweiche Umsetzung“ des jüngsten Urteils des Sportgerichtshofs Cas lasse viele Beobachter fassungslos zurück, so Freitag.
Ob die von Bach angestoßenen Reformen tatsächlich zu einem großen Teil umgesetzt worden seien, könne sie nicht einschätzen. Von einem bedingungslosen Einsatz des IOC für die Kernidee der olympischen Bewegung sehe sie aber wenig. Weiterhin würden Olympische Spiele an Länder vergeben, in denen Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung seien.

„Niemand erwartet, dass der Sport sogenannte regime changes herbeiführt. Das ist nicht seine Aufgabe. Aber die Dachorganisation des Weltsports kann und muss eine klare Positionierung haben, wenn Athleten schikaniert, verhaftet, gefoltert oder gar von Staats wegen hingerichtet werden.“

Angesichts der Olympischen Spiele von Tokio, die zunächst im Sommer 2020 stattfinden sollten und dann auf Sommer 2021 verschoben wurden, hätte Freitag mehr Weitsicht von Bach erwartet. Bei allem Verständnis für die Komplexität und die logistische Herausforderung einer Verschiebung des Mega-Ereignisses hätte klar sein müssen, dass im August 2020 eine Durchführung der Spiele nicht verantwortbar gewesen wäre. Dennoch habe der IOC noch im April/Mai 2020 wiederholt erklärt, die Spiele würden wie geplant stattfinden, und erst dann einer Verschiebung zugestimmt, als sich Athleten und NOKs dafür ausgesprochen hatten. Es werde sich nun zeigen müssen, ob eine Durchführung der Spiele im Sommer dieses Jahres möglich sein werde.
Olympisches Dorf in Tokio, 13. Januar 2021 - SNA, 1920, 27.01.2021
Olympia in Tokio: Absagen, durchziehen oder später entscheiden?
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