„Cancel Culture“ außer Kontrolle geraten: Schauspieler Alec Baldwin unterstützt Woody Allen

© AP Photo / Luca BrunoUS-Schauspieler, Regisseur und Autor Woody Allen
US-Schauspieler, Regisseur und Autor Woody Allen - SNA, 1920, 09.03.2021
Der US-Schauspieler Alec Baldwin hat auf seinem Instagram-Account ein Video veröffentlicht, in dem er seine Unterstützung für den US-Regisseur Woody Allen bekundet. Allen steht derzeit im Mittelpunkt eines Missbrauchsskandals.
Seine Adoptivtochter Dylan Farrow hatte Allen noch 1992 sexuelle Belästigung gegen sie als Siebenjährige vorgeworfen. Im März 2021 erschien eine HBO-Doku-Serie „Allen V. Farrow“ von Amy Ziering und Kirby Dick, die sich intensiv mit den Vorwürfen der Pädophilie und des sexuellen Missbrauchs gegen den weltberühmten Schauspieler, Regisseur und Autor beschäftigt.
Baldwin hat sich nach eigenen Worten die Serie angesehen und beschlossen, sich für den 85-jährigen Regisseur zu engagieren. Die sogenannte „Cancel Culture“ (dt. Löschkultur) sei außer Kontrolle geraten und er habe diesen Begriff bereits satt, betonte Baldwin in dem Video.
Die „Löschkultur“ sei eine Möglichkeit, Menschen durch öffentliche Verurteilung und mangelnde Unterstützung zur Rechenschaft zu ziehen. In den letzten Jahren habe sich dieses Phänomen insbesondere vor dem Hintergrund der Bewegung #MeToo gegen sexuelle Belästigung verbreitet.
Aufgrund des Skandals haben sich viele Prominente, die mit Allen zusammengearbeitet hatten, von ihm abgewendet. Verschiedene Organisationen wollen auch nicht mehr mit dem Regisseur zusammenarbeiten.
Baldwin hat den Regisseur immer unterstützt.
„Wer braucht Gerichtssäle und die Autorität des Gesetzes, wenn wir Richter in den Medien haben?“, twitterte er im vergangenen Monat.
In seinem 14-minütigen Video-Manifest auf Instagram sagt der Schauspieler: „Ich verteidige niemanden, der sich an irgendetwas schuldig gemacht hat. Ich verteidige lieber jemanden, dessen Schuld nicht bewiesen ist“.
Er fügte hinzu, dass er seine Meinung nur ändern würde, wenn es Fakten gebe, die das Verbrechen beweisen würden.
„Die Schuld ist nicht bewiesen. Und es ist mir egal, wie viele Pulitzer-Preisträger etwas anderes sagen“.
Vor einigen Tagen hatte Baldwin über Instagram bekannt gegeben, dass er Twitter verlasse. Als Grund nannte er die Stimmung auf der Plattform.
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Man könne auf Twitter nicht ironisch sein, und man könne auch in den USA nicht mehr ironisch sein, ärgert sich der Schauspieler, „weil die USA gerade so ein verklemmter, angespannter und unangenehmer Ort sind“.
Es ist allerdings nicht sein erster Abschied – in der Vergangenheit hatte er Twitter bereits mehrfach den Rücken gekehrt und ist dann stets doch wieder auf die Plattform zurückgekommen.
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