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Krebskranke mit Schlangengift behandelt: Heilpraktikerin soll 45.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

© AFP 2021 / MAURICIO LIMAEiner Schlange wird in einem Forscherlabor in Sao Paolo Gift entnommen.
Einer Schlange wird in einem Forscherlabor in Sao Paolo Gift entnommen. - SNA, 1920, 07.03.2021
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Der Vater eines inzwischen fünfjährigen Sohnes in Bayern hat nach dem Tod seiner Lebenspartnerin deren Heilpraktikerin auf 170.000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagt – jetzt steht ein Vergleich von mehr als 45.000 Euro im Raum.
Das Oberlandesgericht München habe diese Summe vorgeschlagen, sagte der Kläger Maik Spiering und bestätigte einen Bericht der „Bild am Sonntag“. Aber „ich lasse mir noch alle Optionen offen, in Absprache mit meinem Anwalt. Ich bin bereit, zum BGH zu gehen, wenn es wirklich nötig wäre“, sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.
Spierings Partnerin war an Krebs erkrankt, davon erfuhr sie noch während ihrer Schwangerschaft im Januar 2015. Auf Anraten der Ärzte brachte sie ihr Kind zehn Wochen früher zur Welt, um sich so schnell wie möglich einer Strahlentherapie zu unterziehen. Nebenbei ließ sie sich auch von der beklagten Heilpraktikerin unter anderem mit Schlangengift behandeln. Die junge Mutter brach daraufhin die Strahlentherapie ab und starb kurz darauf, im Oktober desselben Jahres.

Grobe Behandlungsfehler

Strafrechtliche Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft eingestellt; Spierings Klage auf Schmerzensgeld hatte das Landgericht Passau abgewiesen. Das OLG München stellte wiederum „grobe Behandlungsfehler“ seitens der Heilerin fest. Sie hätte ihrer Patientin dringend raten müssen, die Strahlentherapie fortzusetzen, so ein Gutachter.
Weil die Verstorbene mit ihrem „selbstgefährdenden Verhalten“ eine Teilschuld trage, habe das Gericht 30.000 Euro Schmerzensgeld für den Sohn des verbliebenen Vaters vorgeschlagen, zahlbar in Raten bis zu dessen 21. Geburtstag, heißt es. Der Vater selbst solle 15.000 Euro für den Unterhalt des Kindes bekommen. Einigen sich Spiering und die Heilpraktikerin nicht noch außergerichtlich, will das OLG München am 25. März ein Urteil verkünden.
Krankenhaus (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.03.2021
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