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Psychische Störungen bei Soldaten: Krankenstand in Eliteeinheit KSK besorgniserregend hoch – Medien

© AP Photo / Thomas KienzleKommando Spezialkräfte (Archiv)
Kommando Spezialkräfte (Archiv) - SNA, 1920, 05.03.2021
Kommando Spezialkräfte (Archiv)
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Im Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr ist der Krankenstand nach Extremismus-Vorfällen und der öffentlichen Debatte um den Zustand der Einheit besorgniserregend hoch. Ein Sprecher des Heeres versicherte am Freitag, das KSK sei aber weiterhin einsatzbereit.
Rund 100 der zirka 1600 Angehörigen des Verbandes bekommen zurzeit Unterstützung, zitiert die Nachrichtenagentur DPA den KSK-Vertreter. Diese Unterstützung reiche vom Gespräch mit dem Standortpfarrer bis zur klinischen Behandlung.
„Hier spielen Ängste um die Auflösung des Standortes und Anfeindungen aus dem zivilen und privaten Umfeld eine Rolle.“
Zu weiteren Details der Zahlen äußere sich die Bundeswehr aus Gründen der „operativen Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland“ nicht, so der Sprecher des Heeres. Die seelische und körperliche Gesundheit der Soldaten habe aber oberste Priorität.
„Jeder erkrankte Kamerad, jede erkrankte Kameradin bekommt professionelle Hilfe. Die aktuelle Diskussion um das Kommando Spezialkräfte wirkt sich natürlich auf das innere Gefüge des Verbandes aus“, sagte der Vertreter der Einheit. „Auch sehen viele Angehörige 25 Jahre nach der Aufstellung des KSK ihr Lebenswerk in Gefahr.“

„Focus“: Fast ein Drittel der Kommandosoldaten in Behandlung

Laut dem Nachrichtenportal „Focus“ befinden sich 80 der 280 im Antiterrorkampf ausgebildeten Kommandosoldaten wegen psychischer Störungen in langfristigen psychiatrischen und psychologischen Therapien. Ein Teil der Elitekämpfer werde im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgt, andere nähmen ambulante Hilfe in Anspruch.
Wie das Portal unter Verweis auf einen behandelnden Facharzt für Psychiatrie schreibt, leide ein Großteil der erkrankten Soldaten unter der seelischen Störung „Moral Injury“. Mit diesem Fachbegriff wird demnach unter anderem der Verlust der moralischen Identität bezeichnet, hervorgerufen durch ständige Schuldzuweisungen aus der Öffentlichkeit und Vertrauensentzug militärischer Vorgesetzter.
Rüstungsexporte (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.03.2021
Munitionsschwund und Amnestie im KSK der Bundeswehr – FDP fordert Konsequenzen
Das KSK ist ein seit 1996 bestehender Spezialkräfteverband des Deutschen Heeres, der laut der Bundeswehr über einzigartige Fähigkeiten verfügt. Die Einsatzaufgaben reichen von der Befreiung von deutschen Geiseln in Krisen- oder Kriegsgebieten über die Festsetzung von Kriegsverbrechern oder Terroristen bis hin zur Ausbildungsunterstützung in Aufnahmestaaten und Spezialaufklärung.
Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte im Juni 2020 entschieden, das Kommando Spezialkräfte nach Vorwürfen von Extremismus oder fehlender Verfassungstreue grundlegend umzustrukturieren. Die dabei besonders aufgefallene 2. Kommando-Kompanie wurde aufgelöst. Falls die Reformbemühungen nicht greifen sollten, würde die Auflösung der ganzen Einheit erwogen, zitierte die DPA die Ministerin.
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