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Weniger Erfindungsleistungen im Corona-Jahr – Zahl der Patentanmeldungen rückläufig

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Dokumente (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.03.2021
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Die Corona-Pandemie bremst den Erfindergeist in den Unternehmen. Das Deutsche Patent- und Markenamt meldete am Freitag einen deutlichen Rückgang der Patentanmeldungen von fast acht Prozent im vergangenen Jahr, berichtet die dpa.
Demnach wurden insgesamt 62.105 Erfindungen zum Patent angemeldet – 5327 weniger als im Jahr 2019. Ähnliche Rückgänge wurden nach Angaben der Münchner Bundesbehörde in anderen Patentämtern großer Industriestaaten wie Japan und den USA verzeichnet.
Auffällig ist der Rückgang in der Autotechnik und anderen Industriezweigen wie dem Maschinenbau. Im Bereich „Transport“ – dem traditionellen Spitzenreiter bei Patentanmeldungen – sank die Zahl der Anmeldungen um 16,6 Prozent auf 10.758. Einen Zuwachs gab es jedoch im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen, etwa bei Batterien und Brennstoffzellen.
Drei Unternehmen mit den meisten Anmeldungen gehören nach wie vor zur Autobranche: Auf den Plätzen eins und zwei lagen die Zulieferer Bosch und Schaeffler, gefolgt von BMW.
Einen Rückgang um 18 Prozent gab es auch bei den Maschinenelementen, einen kleineren von knapp drei Prozent bei elektrischen Maschinen, Geräten und Energie.
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In anderen Bereichen hingegen beförderte die Pandemie die Innovationsfreudigkeit. In der Medizintechnik gab es den Angaben zufolge mit 2883 Anmeldungen ein Plus von über zehn Prozent. In den Technikklassen, zu denen Gesichtsmasken und Schutzkleidung gehören, verfünffachten sich die Anmeldungen.

„Die Pandemie hat zu weitgehenden ökonomischen Schäden geführt, in einigen speziellen Branchen die Wirtschaftstätigkeit aber stark angeregt“, sagte Behördenleiterin Cornelia Rudloff-Schäffer.

Unternehmen liegen seit Jahrzehnten bei den Patentanmeldungen vorn, während Wissenschaftler sowie Einzelerfinder eine sehr viel kleinere Rolle spielen. Dabei sind keineswegs alle beim Patentamt eingereichten Anmeldungen deutsche Erfindungen: Knapp 20.000 Anmeldungen kamen im vergangenen Jahr aus dem Ausland, in der Regel von Unternehmen, die ihre Erfindungen in Deutschland schützen lassen wollen.
Und in Sachen Patentstatistik gibt es nach wie vor große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Gut 40 Prozent aller Patentanmeldungen – insgesamt über 26.000 – kamen aus nur zwei Bundesländern: Baden-Württemberg und Bayern. Aus den fünf ostdeutschen Ländern und Berlin zusammen wurden dagegen zusammen nur 2528 neue Erfindungen angemeldet. Auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen rangierte mit 6532 Anmeldungen weit hinter den beiden Südländern.
Im Gegensatz zu den Erfindungen gab es einen Boom bei neuen Marken. Das Patentamt zählte 89.438 Markenanmeldungen – über 10.000 mehr als 2019 und so viele wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Rudloff-Schäffer sieht darin eine Folge des Booms im Onlinehandel.
Die Corona-Krise habe viele Handelsaktivitäten auf das Internet verlagert. „Um damit erfolgreich zu sein, sehen viele Online-Anbieter den Bedarf, ihre Produkte und Dienstleistungen durch prägnante Marken schützen zu lassen – auch wegen entsprechender Anforderungen großer Handelsplattformen“, sagte die Patentamtschefin. Einen deutlichen coronabedingten Anstieg gab es auch bei den Marken für medizinische Apparate, pharmazeutische Produkte und Desinfektionsmittel.
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