Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Verdienstunterschiede zwischen Frau und Mann in Deutschland unter den höchsten in Europa – Analyse

© AFP 2021 / JOHN MACDOUGALLZwei Frauen spielen Badminton im Berliner Volkspark Friedrichshain. Symnolbild
Zwei Frauen spielen Badminton im Berliner Volkspark Friedrichshain.  Symnolbild - SNA, 1920, 04.03.2021
Abonnieren
In Deutschland sind 74,3 Prozent aller Frauen erwerbstätig, verdienen jedoch im Schnitt 19 Prozent weniger als Männer. Zu dem entsprechenden Schluss sind die Autorinnen einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Julia Schmieder und Katharina Wrohlich, gekommen.
Damit ist der sogenannte Gender Pay Gap – die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes von Frauen und Männern – in Deutschland einer der höchsten in Europa, wenn man ihn mit dem in Ländern mit einem ähnlichen Anteil von erwerbstätigen Frauen vergleicht.
Insgesamt sind es 14 europäische Länder, wo zwischen 70 und 80 Prozent der Frauen arbeiten. Nur in Österreich und Estland ist der Gender Pay Gap zwischen Frauen und Männern noch größer. Am besten sieht es damit hingegen in den nordeuropäischen Ländern Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden aus. war arbeiten da noch mehr Frauen als in Deutschland, doch die Lohnlücke zu den Männern ist dort oft deutlich kleiner. In Schweden liegt sie bei einer Frauenerwerbsquote von 81 Prozent bei gut zwölf Prozent, geht aus der Analyse hervor.
Vorbereitet wurde sie für den so genannten Equal Pay Day – den Tag der gleichen Löhne, der in diesem Jahr auf den 10. März fällt. Er zeigt, wie viele Tage Frauen im neuen Jahr über das vergangene hinaus arbeiten müssten, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu erreichen.
„Der Gender Pay Gap alleine ist nicht der Maßstab für die Frage, wie es um die Gleichstellung in einem Land bestellt ist“, erklärt Wrohlich in einer Mitteilung zu der Studie. Man müsse auch berücksichtigen, wie viele Frauen in einem Land überhaupt erwerbstätig sind. Allerdings erscheint die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland auch dann nicht positiver – sie ist und bleibt im internationalen Vergleich sehr hoch. Mehr noch: Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern verringern sich hierzulande kaum. Deshalb bleiben sie auch bei Linkspolitikern wie Sahra Wagenknecht ein Diskussionsthema.
Auch zeigt die Analyse von Schmieder und Wrohlich im europäischen Vergleich, dass die Lohnlücke sogar größer wird, je mehr Frauen in einem Land arbeiten. Das liegt offenbar daran, dass bei einer hohen Erwerbsquote auch viele gering verdienende Frauen in die Rechnung einfließen.
Lebenslauf (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.02.2021
Männer – nicht Frauen – bei der Arbeitssuche diskriminiert – Schwedische Studie
Umgekehrt gilt auch: Wenn weniger Frauen in einem Land arbeiten, wird der Gender Pay Gap geringer, weil oft nur Frauen mit hohem Lohnpotenzial überhaupt erwerbstätig sind. Ein Beispiel ist Italien, das mit einem Gender Pay Gap von 5,5 Prozent nach Luxemburg und Rumänien den drittniedrigsten in Europa hat. Dort arbeitet nur etwas mehr als die Hälfte der Frauen – 56,2 Prozent. Der Aussage „Es ist die Aufgabe des Mannes, Geld zu verdienen, die Frau ist für Haushalt und Familie zuständig“ stimmen in Italien 34 Prozent der Bevölkerung zu, in Deutschland nur 13,5 Prozent.
„Aus dem Muster, wonach eine höhere Frauenerwerbsquote wie in Deutschland mit einem höheren Gender Pay Gap einhergeht, lässt sich also ausbrechen“, schließt Schmieder. Das stehe und falle mit einer Familienpolitik mit starken gleichstellungspolitischen Elementen – und in dieser Hinsicht gebe es in Deutschland noch viel Potenzial. Die Einführung des Elterngeldes und der Kita-Ausbau seien zwar richtige Schritte gewesen, es müsste aber neben einer Ausweitung der Partnermonate beim Elterngeld und der Einführung einer Familienarbeitszeit auch die Besteuerung der Ehegatten zu einer vorteilhaften reformiert werden, was in ihrer jetzigen Form die Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt konterkariere.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала