500.000 Tonnen für die Tonne: Lebensmittelabfälle im Einzelhandel

© Mario CvitkovicMüll (Symbolbild)
Müll (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.03.2021
Wieviele Lebensmittel in der Bundesrepublik im Abfall landen, das haben Wissenschaftler vom Thünen-Institut in Braunschweig ermittelt. Die Ergebnisse sind erschreckend. Zwar steuert eine große Menge der Einzelhandel dazu bei, aber der übergroße Anteil der Lebensmittelabfälle hat eine andere Quelle.
Die 500.000 Tonnen Lebensmittelabfälle im Einzelhandel haben die Wissenschaftler des Thünen-Instituts in Zusammenarbeit mit insgesamt 13 Handelsunternehmen berechnet, berichtet der Informationsdienst Wissenschaft. In die Berechnung flossen danach nicht nur Supermärkte, Discounter und Verbrauchermärkte ein, sondern auch Drogeriemärkte, Bäckereien, Fleischereien, der Onlinehandel, Wochenmärkte und Tankstellen. Der Großteil der Abfälle soll mit 290.000 Tonnen von Supermärkten, Discountern und Verbrauchermärkten stammen.
Die Berechnungen fußen dem Bericht zufolge auf freiwillig bereit gestellten Daten durch Unternehmen zu Umsatzverlusten aus dem Jahr 2019. Dabei sollen die 500.000 Tonnen einen Anteil von 1,5 Prozent des Lebensmittelumsatzes des Jahres darstellen.
„Wir konnten mit Buchführungsergebnissen großer Unternehmen verschiedener Betriebstypen und mit Umsatzzahlen des gesamten Sektors arbeiten“, sagt Projektleiter Dr. Thomas Schmidt vom Braunschweiger Thünen-Institut für Marktanalyse. „Daher ist die Hochrechnung der Verluste an Lebensmitteln im deutschen Lebensmitteleinzelhandel von sehr hoher Datenqualität.“ Dabei sei zum ersten Mal der gesamte Lebensmitteleinzelhandel abgebildet worden, darunter auch Bäckereien, Fleischereien, Tankstellen oder Wochenmärkte.
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Nur vier Prozent der Abfälle stammen vom Einzelhandel

Allerdings sollen die meisten Lebensmittelabfälle trotz der hoch wirkenden Zahl nicht vom Einzelhandel stammen. Dieser trage lediglich einen Anteil von vier Prozent dazu bei. Die meisten Abfälle fallen mit 52 Prozent in Privathaushalten an, wie die Baseline-Studie des Thünen-Instituts aus dem Jahr 2015 gezeigt hat.
Wie viele der Abfälle wirklich in den Müll wandern und wie viele gespendet werden, kann laut den Forschern derzeit nur geschätzt werden.Sie vermuten ein Spendenvolumen von immerhin 30 Prozent der Verluste, was 150.000 Tonnen weniger Lebensmittelabfälle bedeuten würde.
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