Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

„Sputnik V“ gegen ein Stück Ukraine: Slowakischer Premier scherzt mächtig daneben

© REUTERS / POOL NewDer slowakische Premierminister Igor Matovič (Archivbild)
Der slowakische Premierminister Igor Matovič (Archivbild) - SNA, 1920, 04.03.2021
Abonnieren
Ein Scherz hat für den slowakischen Premierminister Igor Matovič ziemlich unangenehme Folgen. Den russischen Impfstoff gegen ukrainisches Gebiet tauschen? Bei dem Witz lacht Kiew nicht mit.
Was der slowakische Premier den Russen versprochen habe, um eine Lieferung des „Sputnik V“-Vakzins zu bekommen, wollte ein Radiomoderator in einem Interview von Igor Matovič wissen. Er habe sich mit Moskau auf die Übergabe von Transkarpatien geeinigt, antwortete der slowakische Regierungschef und schob sogleich nach, Russland habe bei dem Impfstoff überhaupt keine Bedingungen gestellt.
Prompt schlug dem slowakischen Premier Entrüstung entgegen – aus Kiew. Transkarpatien war nämlich zeitweise tschechoslowakisches Gebiet, gehört aber seit 1945 mit Zustimmung des damaligen tschechoslowakischen Parlaments zur Ukraine.

Matovič bittet um Entschuldigung

Das ukrainische Außenministerium forderte denn auch vom slowakischen Premierminister unverzüglich eine Entschuldigung. Dessen Äußerung betreffe unmittelbar „die territoriale Integrität der Ukraine“, sei „kategorisch inakzeptabel“ und beeinträchtige „die freundschaftliche und gutnachbarschaftliche Atmosphäre“ zwischen den beiden Ländern, hieß es aus dem ukrainischen Ministerium. Der slowakische Botschafter in Kiew wurde zum Ausdruck des Protests einbestellt. Der ukrainische Außenminister entrüstete sich via Twitter: „Soll er doch ein paar Regionen der Slowakei eintauschen“, schrieb der Außenpolitiker und bezeichnete die Äußerung des slowakischen Premiers als unangebracht und schädlich für die beidseitigen Beziehungen.
Der slowakische Regierungschef hat sich inzwischen bei den Ukrainern entschuldigt: Der Standpunkt seines Landes in Bezug auf die territoriale Integrität der Ukraine sei immer schon eindeutig gewesen, twitterte er. Er bitte alle Ukrainer um Entschuldigung „für meine unangebrachte Reaktion“.
Erste Partie von russischem Corona-Impfstoff Sputnik V in der Volksrepublik Donezk (Ostukraine) eingetroffen. Donezk, 31. Januar 2021 - SNA, 1920, 10.02.2021
Ukraine verbietet Zulassung russischer Impfstoffe gegen Covid-19

Russischer Impfstoff an die Slowakei geliefert

Die erste Charge des russischen Anti-Corona-Serums „Sputnik V“ ist am Montag aus Russland in die Slowakei geflogen worden. Bei einer Pressekonferenz am Flughafen erklärte Premierminister Matovič, man habe sich für „Sputnik V“ entschieden, ohne eine EU-Zulassung für diesen Impfstoff abzuwarten, denn „Zeit für Verzögerungen ist nicht gegeben, im Land fehlt es an Impfstoffen, täglich sterben Dutzende unserer Bürger an Covid-19“, so der slowakische Regierungschef. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind in der Slowakei seit dem Ausbruch der Pandemie rund 314.500 Corona-Infektionen festgestellt worden, circa 7500 Infizierte sind inzwischen verstorben.
„Sputnik V“ war im August 2020 in Russland als weltweit erster Coronavirus-Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen worden. Anfang Februar hatte das medizinische Fachjournal „The Lancet“ die Ergebnisse der Phase III der klinischen Studien von „Sputnik V“ veröffentlicht, die seine hohe Wirksamkeit und Sicherheit bestätigen. Der Einsatz des Vakzins ist inzwischen in knapp 40 Staaten genehmigt worden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала