Raumlüfter löst Viren in CO2 und Wasserstoff auf – Fraunhofer-Institute

© Foto : Fraunhofer IKTSLuftfiltersystem von Fraunhofer-Instituten
Luftfiltersystem von Fraunhofer-Instituten - SNA, 1920, 04.03.2021
In geschlossenen Räumen steigt die Ansteckungsgefahr durch Viren vor allem im Winter, wenn wenig gelüftet wird. Mit einem neuartigen Luftfiltersystem von Fraunhofer-Instituten könnte sich der Kampf dagegen entscheidend vereinfachen. Denn die Filter sollen die Viren kalt verbrennen und in Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff umsetzen.
Valentin Raskatov
In Schulen, Einkaufszentren oder Büros steigt vor allem im Winter die Gefahr einer Ansteckung durch Aerosole, die Viren tragen. Das gilt für die Corona-Pandemie wie für die Zeit danach. Das Projekt Coclean-up der Fraunhofer-Institute für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden und für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Hannover geht das Problem auf elegante Weise an: Es soll nicht nur Keime gut aus der Raumlauft ausfiltern, sondern es zerstört sie auch, dass am Ende überwiegend CO2 entsteht.
Das unterscheidet den Fraunhofer-Filter von anderen Systemen, da bei letzteren Viren lediglich gebunden werden, und wenn zu viele Erreger im Filter stecken, kann dieser sogar einen gegenteiligen Effekt haben und diese in der Raumluft verteilen. Alternative Filter, die Erreger mit ultraviolettem Licht zerstören, haben ebenfalls eine Schwäche, denn bei diesen entstehen laut Fraunhofer oft gesundheitsschädliche Substanzen.
Emissionen (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.03.2021
Nach steilem Abfall 2020: CO2-Emissionen seit Dezember höher als je zuvor
Das Treibhausgas CO2, das bei der kalten Verbrennung der Viren entsteht, ist für die menschliche Gesundheit nicht schädlich und entsteht in einem Umfang, der wohl auch Klimaschützern keine Sorgen machen dürfte.
Und so funktioniert der Filter: Die Raumluft wird in eine Salzlösung geleitet. Dort bleiben Viren und andere organische Bestandteile hängen. In die Salzlösung ragen zwei Elektroden. Die Viren und organischen Substanzen wandern unter Spannung zu einer von ihnen und werden dort vollständig zu CO2 verbrannt. Die gesäuberte Luft wird danach wieder der Raumluft zugeführt.
Derzeit werden Tests mit ungefährlichen Substanzen durchgeführt, Coronaviren kommen nicht zum Einsatz. Allerdings nutzt man Substanzen, die „sehr ähnliche Eigenschaften haben“. Im nächsten Schritt wollen die Forscher mit ungefährlichen Viren beladene Aerosole in die Salzlösung pumpen. Dafür untersuchen die Forscher in einem weiteren Projekt, welche Aerosoltypen von Menschen generell ausgeatmet werden.
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