Verhaltensstudie zur Corona-Krise: Psychopathen sind im Vorteil

© REUTERS / VIOLETA SANTOS MOURATeilnehmer von Shrovetide-Fest in Portugal
Teilnehmer von Shrovetide-Fest in Portugal - SNA, 1920, 04.03.2021
Dreist und gemein – wer diese Charakterzüge aufweist, wird mit der Corona-Krise besser fertig. Weniger förderlich für den Umgang mit der Pandemie ist hingegen Zügellosigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Neurowissenschaftlern und Psychologen der Universität Florenz.
Die Wissenschaftler haben in einer Online-Erhebung von März bis Juni letzten Jahres 619 Menschen mit typischen Anzeichen der Psychopathie – Dreistigkeit, Böswilligkeit und Zügellosigkeit – dazu befragt, wie sie die Bedrohung durch das Coronavirus wahrnehmen und ihre Krankheitsempfänglichkeit sowie ihren gesundheitlichen Zustand einschätzen. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 31,3 Jahre, schreiben die Forscher in ihrem Artikel auf „Science Direct“.
Demnach hat die Umfrage gezeigt, dass Menschen, bei denen Dreistigkeit und Böswilligkeit ausgeprägt waren, besser mit den Einschränkungen im Lockdown umgehen konnten und ein geringeres Maß an Stressanfälligkeit aufwiesen. Zügellosigkeit allerdings – ebenfalls ein Psychopathie-Symptom – steht laut den Forschern in Verbindung mit stressbedingt schlechterem Allgemeinbefinden in der Pandemie.
Die Wissenschaftler sehen in den Studienergebnissen eine Bestätigung dafür, dass Dreistigkeit als ausgeprägte Charaktereigenschaft zu einer insgesamt niedrigeren Sensibilität für Gefahren und Bedrohungen führt, Böswilligkeit die Fähigkeit des Menschen zu anhaltender Nähe und Bindung schwächt und Zügellosigkeit die Affekt- und Verhaltenskontrolle des Menschen beeinträchtigt.
Corona-Prävention in einer Zahnarzt-Praxis in Oberhausen - SNA, 1920, 01.02.2021
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