Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Nun auch in Italien: Politiker wollen ohne EMA-Zulassung russischen Impfstoff erwerben

© SNA / Vladimir PesnyaSputnik V Impstoff (Archivbild)
Sputnik V Impstoff (Archivbild) - SNA, 1920, 04.03.2021
Abonnieren
Matteo Salvini, der Chef der italienischen Partei Lega, hat via Twitter bekanntgegeben, sich mit einem Minister aus San Marino im Senat getroffen zu haben, um über den russischen Impfstoff „Sputnik V“ gegen das Coronavirus zu diskutieren.
„Nicht nur die Tschechische Republik, die Slowakei und Ungarn, sondern auch Österreich und Dänemark versuchen, den russischen Impfstoff zu erhalten, ohne auf die Entscheidung der EU zu warten. Unsere Priorität ist, die Gesundheit der Bürger zu schützen. Italien sollte ihrem Beispiel folgen“, schrieb Salvini auf Twitter.
Vito Comencini, Mitglied der Lega-Partei und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Abgeordnetenkammer, ist im Gespräch mit Sputnik auf das Thema eingegangen.
– Was ist der Zweck von Matteo Salvinis Treffen mit Vertretern von San Marino?
Der Zweck dieses Treffens ist, Italien bei der Bewältigung des gesundheitlichen Notstands zu helfen und das Problem der Impfstoffversorgung zu lösen, die sich derzeit verzögert, auch wegen der Personen, die die Organisation von Impfungen in der vorherigen Regierung geleitet haben, darunter Domenico Arcuri (dieser war von März 2020 bis März 2021 als außerordentlicher Kommissar für die Umsetzung von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Eindämmung der Corona-Pandemie verantwortlich – Anm. d. Red.). Da wir mit diesem Problem konfrontiert sind, bemüht sich Matteo Salvini als Vorsitzender der Partei, die Teil der Regierung ist, nach alternativen Lösungen zu suchen.
Wir wollen dem Beispiel von San Marino folgen und in Italien eine ähnliche Methode anwenden, also mehrere antivirale Medikamente verwenden, die dazu beitragen, die Impfung der Bevölkerung zu beschleunigen.
– Bedeutet das, dem Beispiel von San Marino zu folgen und den russischen Impfstoff für Italien zu kaufen?
Wie Salvini sagte, ist das Ziel der Lega, die Bürger zu schützen. Wenn es also notwendig ist, andere Impfstoffe zu kaufen, unter anderem „Sputnik V“, welcher auf internationaler Ebene bereits wiederholt Anerkennung gefunden hat, warum nicht? Russland ist bekannt für seine wissenschaftlichen Errungenschaften auf dem Gebiet der Medizin. Unter diesem Gesichtspunkt kann man sich also voll und ganz auf russische Präparate verlassen.
– „Sputnik V“ war der erste Impfstoff der Welt und wird bereits in 40 Ländern eingesetzt. Der Rückgang bei der Lieferung von Impfstoffen, die von der EU inzwischen zugelassen worden sind, verlangsamt die Massenimpfung der Bevölkerung gegen das Coronavirus erheblich. Wird das russische Serum Italien helfen, diese Situation unter Kontrolle zu bringen?
Natürlich können wir auf diese Weise das Licht am Ende des Tunnels erblicken, welches derzeit leider nicht sichtbar ist. Und dies, wie ich bereits sagte, aufgrund der zahlreichen ineffektiven Entscheidungen der vorherigen Regierung und teilweise auch wegen der EU. Bisher ist es der EU nicht gelungen, die richtige Lösung für diese Situation zu finden. Daher müssen wir anderen Beispielen folgen und wie San Marino, Ungarn oder Serbien handeln, die mit dem Einsatz des russischen Impfstoffs begonnen haben.
Viele andere Länder erwägen diese Möglichkeit ebenfalls. Ich glaube, dies ist eine umsichtige Entscheidung zum Schutz der Gesundheit der Bürger und der Wirtschaft einzelner Länder.
Impfdosis von AstraZeneca - SNA, 1920, 03.03.2021
Dobrindt: AstraZeneca-Impfstoff schnell über Hausärzte impfen
Übrigens, was die Gesundheit der Bürger anbetrifft, hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der letzten Woche die Prüfung von Möglichkeiten für die Verwendung des russischen Impfstoffs ausgesetzt, dabei er das einzige betroffene Vakzin gegen das Coronavirus von denen ist, die in der EU eingesetzt werden. „Wir fragen uns, warum Russland anderen Ländern Millionen von Impfstoffdosen anbietet, wenn seine eigene Bevölkerung noch nicht ausreichend geimpft wurde“, sagte sie. Denken Sie nicht, dass es bei so wichtigen Themen wie der menschlichen Gesundheit notwendig wäre, geopolitische Kontroversen zu überwinden und über diesen Dingen stehen, um allen EU-Ländern den gleichen Zugang und die freie Wahl von Arzneimitteln zu gewährleisten?
Wir müssen so schnell wie möglich ein sehr komplexes Problem lösen, das nichts mit Politik zu tun hat. Ich denke, es ist falsch, über den globalen Kampf gegen die Pandemie zu streiten. Solche Aussagen helfen nicht, das Problem zu lösen. Und ich denke auch, dass es unangemessen ist, zu beurteilen, was in anderen Ländern passiert, bis wir es geschafft haben, die Dinge zu Hause in Ordnung zu bringen.
Nach Impfstofflieferungen nach Ungarn, Serbien und San Marino genehmigt die EMA (Europäische Arzneimittelagentur) womöglich „Sputnik V“ bis April oder Mai. Kann es sich Italien angesichts des neuen Anstiegs der Corona-Infektionen leisten, noch zwei Monate zu warten?
Nein, es ist offensichtlich, dass die Zeit äußerst wertvoll ist. Je früher wir die Impfstoffversorgung von Italien sicherstellen, desto besser. Ich glaube, dass dies die Linie ist, an die sich unsere Regierung halten sollte, um das Problem des gegenwärtigen Impfstoff-Mangels lösen zu können.
– Der Gesundheitsberater von Lazio, Alessio D'Amato, forderte auf, „Bürokratie zu vermeiden“, und betonte, dass es für die italienische Arzneimittelbehörde (Aifa) wichtig sei, den „Sputnik V“-Impfstoff wie jeden anderen, der bereits in mehreren Ländern eingesetzt wird, zulassen zu können. Bedeutet dies, dass Italien das russische Serum kaufen kann, ohne auf die Entscheidung der EMA zu warten?
Genau so ist es. Italien könnte leicht einen Weg finden, den Impfstoff direkt zu erhalten, ohne auf die Entscheidung der EU zu warten, wie es Ungarn gemacht hat. Ungarn ist EU-Mitglied, es konnte diese Chance jedoch durch seine eigene Arzneimittelagentur nutzen. Wenn die EMA die Zulassung des russischen Impfstoffs weiterhin verzögert, könnten wir das Gleiche über Aifa tun.
In naher Zukunft wird Italien zwei Inspekteure nach Russland entsenden, um die Unternehmen zu kontrollieren, die „Sputnik V“ herstellen. Kann man sagen, dass der erste Schritt in diese Richtung sehr bald unternommen wird?
Wir sind zuversichtlich, dass die italienische Regierung den richtigen Weg finden wird, um die Lieferung der russischen Vakzine zu genehmigen. Wenn die Impfstoffe, auf die wir uns freuen, nicht bald und in ausreichenden Mengen verfügbar sind, wäre es fair, andere Optionen in Betracht ziehen zu können, die möglicherweise noch besser sind.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала