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Ex-Bundestagspräsident Thierse bietet SPD-Austritt an

© AFP 2021 / JOHN MACDOUGALLWolfgang Thierse (Archivbild)
Wolfgang Thierse (Archivbild) - SNA, 1920, 03.03.2021
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SPD-Urgestein Wolfgang Thierse hat mit einem Artikel zum Thema „Identitätspolitik“ für Kritik in der eigenen Partei gesorgt. SPD-Chefin Saskia Esken und ihr Vize Kevin Kühnert zeigten sich „beschämt“. Daraufhin bietet der Ex-Bundestagspräsident nun in einem Brief den Austritt aus seiner Partei an.
Der „Tagespiegel“ berichtet von einem Brief Thierses an die Parteiführung der SPD, in dem er darum bittet, ihm öffentlich mitzuteilen, ob sein „Bleiben in der gemeinsamen Partei weiterhin wünschenswert oder eher schädlich“ sei. Er selbst habe Zweifel, „wenn sich zwei Mitglieder der Parteiführung von mir distanzieren“. Gemeint sein dürften SPD-Chefin Esken und ihr Vize Kühnert, die in einer Einladung zu einer parteiinternen Diskussion an ausgewählte Mitglieder indirekt auf Thierse Bezug nahmen. Darin zeigten sich die beiden SPD-Spitzen „beschämt“ über nicht näher genannte SPD-Vertreter, die ein „rückwärtsgewandtes Bild der SPD“ zeichneten.

Stein des Anstoßes – ein FAZ-Artikel

Ex-Bundestagspräsident Thierse scheint sich angesprochen gefühlt zu haben. Er hatte kürzlich einen Gastbeitrag über Identitätspolitik in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) veröffentlicht. Dort kritisiert er die meist von eher linken Kreisen ausgehende „Cancel Culture“. Damit ist ein öffentliches Anprangern von Einzelnen oder Institutionen nach Aussagen oder Taten gemeint, die die Kritiker als diskriminierend oder als anderweitiges Fehlverhalten werten.
Auch die Umbenennung von umstrittenen Straßennamen sehe er kritisch. Zudem sei das „Blackfacing“ ein „elementarer Teil von Kulturgeschichte“. Von Blackfacing spricht man, wenn sich Weiße schminken, um Schwarze darzustellen; Kritiker sehen darin eine stereotype Darstellung und Degradierung von Hautfarbe zur Verkleidung.
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„Ach Wolfgang ...“

Die SPD-Führung sieht in so einem Standpunkt offenbar etwas Reaktionäres. So twitterte Aziz Bozkurt, Bundesvorsitzender der AG Migration und Vielfalt in der SPD, zu dem FAZ-Text:

„Ach Wolfgang...traurig, wie sich einige entwickeln, einfach im letzten Jahrhundert verharren.“

„Gut sozialdemokratisch“

In seinem Brief an SPD-Chefin Esken versuchte der 77-Jährige nun die Wogen zu glätten. Der „Tagesspiegel“ zitiert den Ex-Bundestagspräsidenten mit den Worten, er habe versucht, „zu Mäßigung zu mahnen und verstärkte Anstrengungen auf das Gemeinsame und Verbindende einer mehr denn je pluralen, diversen Gesellschaft zu richten". Er meine, „dies sei gut sozialdemokratisch.“
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