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Herzschäden durch Covid-19: Sars-Cov-2 kann Herzmuskelzellen abtöten – Studie

© AP Photo / Michael ProbstCoronavirus in Deutschland 25.02.2021
Coronavirus in Deutschland 25.02.2021 - SNA, 1920, 03.03.2021
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Die Herzprobleme bei manchem Covid-19-Fall sind nicht nur auf Entzündungen zurückzuführen. Das Virus infiziert und tötet Herzzellen nachweislich, wie eine neue Studie zeigt. Dabei ist die Antwort des Immunsystems auf einen Befall des Herzens durch das Sars-Coronavirus-2 ungewöhnlich.
Schon in der Frühphase der Pandemie traten Covid-19-Erkrankungen des Öfteren gemeinsam mit Herzproblemen auf. Dazu gehörten eine verringerte Pumpfunktion und Herzrhythmusstörungen. Die zentrale Frage, von der auch eine Behandlung abhängt, lautet natürlich: Ruft das Virus diese Probleme direkt hervor, indem es das Herz infiziert oder sind sie eine Folge von Entzündungsprozessen in anderen Teilen des Körpers?
Eine neue Studie von der Washington University School of Medicine zeigt nun, dass das Virus tatsächlich in Herzmuskelzellen eindringt und sich darin vermehrt. In der Folge sterben diese ab und das Zusammenziehen des Herzens, das den Herzschlag ausmacht, verschlechtert sich.
Gezeigt wurde die Infektion in der Petrischale an Herzgewebe, das aus Stammzellen hergestellt wurde. Das Gewebe zog sich dabei auch periodisch zusammen, wie es Zellen im lebenden Herzen tun, sodass es als Modell für die Herzkontraktion dienen konnte. Das Ergebnis: Das Virus tötete nicht nur Herzmuskelzellen ab, sondern zerstörte auch die Einheiten, die für die Kontraktion verantwortlich sind. Es konnte ebenfalls gezeigt werden, dass der Zelltod und Verlust von Muskelfasern auch ohne eine parallele Entzündung stattfinden kann.
Impfzentrum im Velodrom Berlin - SNA, 1920, 02.03.2021
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Ein unverstandenes Phänomen

„Eine Entzündung kann einen zweiten zusätzlichen Schlag darstellen, den das Virus dem Herzen versetzt, aber eine Entzündung ist für sich genommen nicht die ursprüngliche Ursache für Herzschäden“, betont Studienautor Kory Lavine in der Pressemitteilung der Universität.
Zwar können auch andere Viren aufs Herz schlagen, darunter auch Influenzaviren, die Grippe verursachen. Aber bei Sars-Cov-2 läuft es laut Lavine auf einzigartige Weise anders. Statt T- und B-Zellen, die für gewöhnlich auf den Plan gerufen werden, rücken andere Einheiten des Immunsystems zur Bekämpfung des Coronavirus heran, nämlich: Makrophagen, Monozyten und Dendritzellen.
Diese andere Immunantwort bei einem Angriff auf das Herz ist laut dem Forscher noch ein unverstandenes Phänomen. „Ganz allgemein treten die Immunzellen bei den anderen Viren im Zusammenhang mit einer recht kurzen Erkrankung auf, die mit einer unterstützenden Behandlung behoben wird. Aber die Immunzellen, die bei Covid-19-Patienten auftreten, deren Herz betroffen ist, die kommen für gewöhnlich bei chronischen Erkrankungen vor, die Langzeitfolgen haben können. Das sind statistische Zusammenhänge, jetzt müssen wir weitere Forschungsarbeiten durchführen, um zu verstehen, was da bei Sars-Cov-2 passiert.“
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