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Corona: Über 90 Prozent der Intensivpatienten haben Migrationshintergrund – „Bild“-Zeitung

© AP Photo / Matthias SchraderIntensivpatient in Mühldorf
Intensivpatient in Mühldorf - SNA, 1920, 03.03.2021
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Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung sind Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland überdurchschnittlich oft von Covid-19 betroffen. Sie machen knapp 90 Prozent der Patienten auf Intensivstationen aus, hieß es.
Update: Mit diesem Beitrag zielte die SNA-Redaktion nicht darauf ab, zu behaupten, dass die Aussagen der „Bild“-Zeitung glaubwürdig seien, und sie behauptet dies auch nicht. Das ist auch in den vorsichtigen Formulierungen dieses Rewrite-Textes zu sehen. Ziel des Beitrags war, die Narration und gewagte Thematik zu übermitteln, worauf eine öffentliche Diskussion mit Kritik an Behauptungen der Zeitung folgte. Die SNA-Redaktion veröffentlichte später auf ihrer Seite einen entsprechenden Beitrag, den Sie unter diesem Link finden können.
Die „Bild“-Zeitung verweist laut ihrer Behauptung unter anderem auf ein Gespräch zwischen Lothar Wieler, dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI), und Chefärzten vom 14. Februar dieses Jahres. Demnach solle das Thema in der Bundesregierung mutmaßlich als Tabu empfunden werden.
Der Grund dafür sei angeblich die Sprachbarriere. Es wird davon ausgegangen, dass die Corona-Verordnungen innerhalb der Gesellschaft nicht gleichermaßen verstanden und somit berücksichtigt werden. Dass Migranten über 90 Prozent der Intensivpatienten ausmachen, zeigen laut der Zeitung Erhebungen von November-Dezember 2020 sowie von Anfang Januar 2021.
„Diese zeigen sehr deutlich, dass es offensichtlich eine Gruppe gibt, die die Politik mit Corona-Warnungen überhaupt nicht erreicht. Das sind Menschen mit Migrationshintergrund“, erklärte der Leiter der Lungenklinik Moers, Thomas Voshaar.
Intern bezeichne man sie als „Patienten mit Kommunikationsbarriere“, so der Mediziner.
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In der Bundesregierung werde dieses Thema angeblich als Tabu empfunden. Es gebe Angst vor einer Rassismus-Debatte, so die Zeitung.
„Ich habe das genauso gehört. Aber es ist ein Tabu. Ich habe versucht, auf bestimmte Menschen zuzugehen. Wir müssen über Imame auf diese Religionsgruppe eingehen. Das Ganze hat für Berlin riesige Auswirkungen. Das ist ein echtes Problem“, sagte RKI-Chef Lothar Wieler.
Dabei meinte Wieler persönliche, informelle Gespräche und kein öffentliches Expertengespräch. Seine Feststellungen sollten nicht als abschließend verstanden werden.
Eine RKI-Sprecherin teilte später gegenüber dem Deutschlandfunk mit, die „Bild“-Zeitung habe einige Zitate von Wieler seiner Erinnerung zufolge nicht richtig widergegeben. Das Zitat soll aus dem Zusammenhang gerissen worden sein. „Die Zahlen bezögen sich auf Berichte von Ärzten dreier Intensivstationen in drei Großstädten. Somit spiegelten sie nicht die Situation in ganz Deutschland wider. Konkrete Zahlen dazu erheben weder das RKI noch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), heißt es im Text von Dlf.
Zum Artikel der „Bild“-Zeitung äußerte sich DIVI-Präsident Gernot Marx kurz und bündig: „Wir behandeln auf den Intensivstationen schwerkranke Menschen – alles andere ist für uns unerheblich.“ Geschlecht, Herkunft und sozialer Status der Patienten interessiere die Intensivmediziner nicht. Dlf verweist auch auf den medizinisch-wissenschaftlichen Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis: Ihm sei keine Datenquelle bekannt, die deutschlandweit Merkmale wie „Sprachbarriere“ oder „Migrationshintergrund“ erfassen würde.
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