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Corona-Jahr 2020: Deutlich weniger Abschiebungen als 2019

© REUTERS / RALPH ORLOWSKIPolizeipatrouille im Frankfurter Flughafen
Polizeipatrouille im Frankfurter Flughafen - SNA, 1920, 03.03.2021
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In dem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2020 ist die Zahl der Abschiebungen mit 10.800 weniger als halb so hoch wie im Vorjahr. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion im Bundestag hervor, die der DPA in Berlin vorliegt. 2019 hatte es noch 22.097 Abschiebungen gegeben.
Die wichtigsten Zielländer waren im vergangenen Jahr Georgien, wohin 928 Menschen ausgewiesen wurden, und Albanien (926 Menschen). Es folgen Serbien und danach als erstes EU-Land Frankreich. Bei den sogenannten Dublin-Abschiebungen werden Migranten in der Regel in jenes EU-Land zurückgeschickt, über das sie eingereist sind.
Fast 9000 Menschen wurden per Flugzeug abgeschoben, rund 1780 auf dem Land- und knapp 50 auf dem Seeweg. Fast 23 Prozent der Betroffenen waren Frauen, knapp 18 Prozent waren Minderjährige. Unter den Bundesländern wurde die mit 2805 größte Zahl von Zugereisten aus Nordrhein-Westfalen ausgewiesen.

"Unter Verschlusssache" – Wer fliegt Abschiebungen?

Die Antwort auf die Frage, mit welchen Airlines die Menschen ausgeflogen wurden, stufte das Innenministerium als Verschlusssache ein. „Eine öffentliche Benennung der Fluggesellschaften, die Rückführungsflüge anbieten, birgt die Gefahr, dass diese Unternehmen öffentlicher Kritik ausgesetzt werden und in der Folge für die Beförderung von ausreisepflichtigen Personen in die Heimatländer nicht mehr zur Verfügung stehen“, so das Ministerium.
Flughafen in Kabul (Archivbild) - SNA, 1920, 10.02.2021
26 Männer an Bord: Weiterer Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen
Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, kritisierte, dass Abschiebungen laut Berichten immer unbarmherziger vollzogen würden.

„Auch alte, kranke und behandlungsbedürftige Menschen werden abgeschoben, ja sogar Menschen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und die Sprache ihrer vermeintlichen ‚Heimatländer’ gar nicht beherrschen.“

Flugunternehmen, die von Abschiebungen profitierten, stünden zu Recht in der Kritik. „Statt Geheimniskrämerei zu betreiben, sollte die Bundesregierung allerdings lieber ihre Flüchtlingspolitik ändern“, so Jelpke.
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