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Corona-Impfpass: Sicherheitskriterien müssen in der EU und Russland die gleichen sein

© REUTERS / LISI NIESNERImpfstraße in Wien
Impfstraße in Wien - SNA, 1920, 03.03.2021
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Ein gemeinsamer europäischer Corona-Impfpass soll bis Sommer vereinbart werden, hieß es nach dem EU-Sondergipfel zur Corona-Pandemie Ende Februar. Jedes Land entscheidet für sich, was mit Impfpass möglich ist. Vor- und Nachteile werden in der Gesellschaft diskutiert.
Über die Wirksamkeit des Impfpasses gehen die Meinungen auseinander. Einige Experten strahlen Optimismus aus und behaupten, dass dieses Dokument zur Lösung vieler dringender Probleme beitragen wird. Andere hingegen sind sehr pessimistisch in Bezug auf den Vorschlag, den Geimpften spezielle Pässe auszustellen. Der österreichische Geschäftsmann Gerald Sakuler bewertet die Situation pragmatisch.
„Die Impfpässe sind wegen der weltweiten Hysterie wahrscheinlich notwendig. Der Impfpass ist vielleicht ein Übel, aber er werde kommen, weil es sich keine Regierung erlauben kann, dass sie nicht versucht, etwas zu tun. Auch wenn es nichts bringt. Form over substance! So waren bisher alle Maßnahmen und daher passt der Impfpass gut. Dass Missbrauch betrieben wird, ist schon heute klar, aber man kann dann den Politikern nicht mehr vorwerfen, dass sie nichts getan hätten“, sagte Sakuler im SNA-Gespräch.
Andererseits sieht er einen positiven Sinn darin, dass man sehen wird, welche Länder in der Lage sind, ein sicheres System zu machen. Laut ihm stellt die Covid-Situation viel mehr Fragen als man denkt: vom gefälschten, unwirksamen Impfstoff bis zur fälschungssicheren Dokumentation der Impfung (dass der Impfpassinhaber auch wirklich die Person ist, die geimpft worden ist). „Daran haben Russland und die EU das gleiche Interesse und dieser Logik folgend müssen die Sicherheitskriterien für den Impfpass die gleichen sein. So wäre es eine gute Möglichkeit, ein gemeinsames Thema abseits der Sanktionen und ohne riesige Vereinbarungen in genau der gleichen Form zu bearbeiten“, betont Sakuler.
Die anfängliche Skepsis gegenüber der russischen Vakzine Sputnik V sei überwunden worden und in Moskau lassen sich viele Österreicher impfen, merkte er an. Auch in Österreich fragen ihn viele Leute um die Sputnik-Impfung. „Nachdem ich jetzt schon ein Jahr nicht in Russland war, verstehe ich die Unterschiede besser. Unsere Regierung spielt da ein seltsames Spiel, weil eine Schnellverordnung, wie sie Ungarn gemacht hat, den schnellen Einsatz von Sputnik in Österreich ermöglichen würde. Man will aber auf die europäische Zulassung warten. Man will gut sein und daher nicht pragmatisch vorgehen“, kritisiert Sakuler.
Eine so genannte Impfstraße in Wien - SNA, 1920, 02.03.2021
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Gerald Sakuler ist Preisträger der Österreichischen Handelskammer, Vorstandsmitglied des Russischen Rates für nachhaltige Architektur und Bauwesen, Experte der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen DGNB. Bis Pandemie war er Mitglied der Assoziation des europäischen Business (AEB) in Russland. Er lebt heute in Wien und bemüht sich direkt um österreichisch-russische Beziehungen.
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Laut dem AEB-Generaldirektor Tadzio Schilling erschweren die seit dem 16.März 2020 bestehenden Reisebeschränkungen die Geschäftsbeziehung zwischen der Europäischen Union und Russland erheblich.
„Die AEB hat versucht, darauf hinzuarbeiten, Geschäftsreisen wieder erlauben zu können. Möglicherweise wird die Impfkampagne in Russland und in der EU dazu beitragen – hoffentlich. Vielleicht besteht auch eine Möglichkeit über Impfpässe wieder mehr Mobilität zu ermöglichen, auch wenn das natürlich gesellschaftlich ein umstrittenes Thema ist“, sagte Schilling im SNA-Interview.
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„Jeder Tag zählt“: Söder fordert Impfen für alle
Die Einführung europäischer Impfpässe wurde beim EU-Gipfel vereinbart. Wie ein solcher Impfpass genutzt werde, etwa zum einfacheren Reisen, müssten die Regierungen der EU-Staaten selbst entscheiden, wie die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen meint. Auf Reiseerleichterungen für Geimpfte dringen Österreich, Griechenland, Zypern und Bulgarien. Griechenland und Zypern haben schon mit Israel die künftige Einreise von Geimpften vereinbart. Polen und Rumänien gewähren Geimpften bereits Vorteile bei der Einreise. Wie es mit dem EU-Impfpass weitergeht, hängt von mehreren Faktoren ab. So ist es noch offen, ob Personen mit Corona-Impfung keine weiteren Menschen anstecken können. Dazu noch ist unklar, wie schnell die Mehrheit der Bevölkerung geimpft werden kann.
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