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Merkel mit AstraZeneca impfen lassen? Steffen Seibert geht auf heikelste Frage ein

© AFP 2021 / MICHAEL KAPPELERBundeskanzlerin Angela Merkel, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der Berliner Bürgermeister Michael und der Regierungssprecher Steffen Seibert nach Gesprächen über die Verlängerung des Lockdowns am 5. Januar 2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der Berliner Bürgermeister Michael  und der Regierungssprecher Steffen Seibert nach Gesprächen über die Verlängerung des Lockdowns am 5. Januar 2021 - SNA, 1920, 02.03.2021
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Das Vertrauen der Deutschen in den AstraZeneca-Impfstoff ist relativ niedrig. In den letzten Tagen häuften sich Vorschläge, dass Politiker und vor allem Bundeskanzlerin Merkel sich damit impfen lassen und sozusagen ein gutes Beispiel geben könnten. Regierungssprecher Steffen Seibert weist die Initiative jedoch zurück.
Vor allem der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, pochte in der „Bild“-Zeitung etwa darauf, Merkel sollte sich live im Fernsehen mit dem Präparat impfen lassen, um die Skepsis rund um den Impfstoff in Deutschland zu mindern. Das sei ein reines PR-Problem, so Watzl.
Der Journalist Boris Reitschuster stellte diese Frage in der Bundespressekonferenz am Montag dem Regierungssprecher Steffen Seibert. Dieser äußerte sich auf seine eigene Art.

„Dieser Vorschlag ist zwar nicht in der zugespitzten Form der Fernsehübertragung, aber sonst immer wieder gemacht worden, auch von Ihnen, aber auch von vielen anderen“, so Seibert. „Die Bundeskanzlerin hat sich dazu immer wieder geäußert. Sie hat gesagt: Ich lasse mich selbstverständlich dann impfen, wenn ich dran bin.“

Es gebe eine ganze Reihe von Berufsgruppen, fuhr Seibert fort, die in ihrem beruflichen Alltag nicht das leben können, was Merkel leben könne, nämlich Abstand und absolute Sicherheit. Diese seien zuerst dran. „Damit hat sie zum Beispiel auf die Kita-ErzieherInnen, auf die Menschen in den Grundschulen usw. angespielt. Diese Haltung hat sich auch durch die Äußerung dieses Experten nicht geändert.“
Außerdem gelte, dass der AstraZeneca-Impfstoff von der europäischen Behörde ordnungsgemäß freigegeben wurde und deshalb sicher und wirksam sei, erinnerte Seibert. Dieser werde aber „von unseren Autoritäten“, nämlich der Ständigen Impfkommission (Stiko) am RKI, für den Einsatz in einer bestimmten Altersgruppe empfohlen. Da gebe es möglicherweise Veränderungen, wie der Chef der Stiko angekündigt habe, aber es sei noch nicht so weit. Auf die Nachfrage, ob Merkel den AstraZeneca-Impfstoff nehmen könnte, wenn sie an der Reihe sei, meldete Seibert, dass man in Deutschland aufgrund der nicht ausreichenden Impfstoffe nicht in der Lage sei, zwischen den Impfstoffen zu wählen. Die Kanzlerin wäre mit 66 Jahren sowieso nicht dran, denn die Stiko empfehle derzeit den Einsatz von AstraZeneca für das Alter bis 64.

AstraZeneca bald offenbar auch für Über-65-Jährige

Am Montag kündigte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens im ZDF an, den Impfstoff schon bald für ältere Menschen empfehlen zu wollen. „Das ist möglich und das werden wir auch tun“, sagte Mertens. Mit der früheren Entscheidung war die Kommission von der Einschätzung der europäischen Zulassungsbehörde Ema abgewichen, die eine Zulassung ohne Altersbeschränkung empfohlen hatte. Für die Effektivität für Über-65-Jährige lagen nach Stiko-Einschätzung nicht ausreichend Daten vor. Der Entwickler in Großbritannien hatte aber darauf beharrt, dass die Stiko-Entscheidung „keine akkurate Wiedergabe aller zur Verfügung stehenden Daten sei“. Die Daten von den aktuellen Impfungen in Großbritannien zeigten laut dem britischen Immunologen Danny Altmann vom Imperial College London eine sehr gute Wirksamkeit in der Altersgruppe über 70. Diese sei mit der Wirkung in anderen Altersgruppen vergleichbar.
Im Moment werden die Menschen in Deutschland nach einer strengen Reihenfolge von Prioritätenlisten geimpft. Da der AstraZeneca-Impftoff aber sehr langsam verimpft wird und viele Dosen ungenutzt lagern, werden damit seit kurzem auch Lehrkräfte und Kita-Personal geimpft.
Ärztin mit einer Impfdosis von AstraZeneca - SNA, 1920, 29.01.2021
Vakzine von Astrazeneca für Ältere nicht ratsam – Ständige Impfkommission
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