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Für „Putin-Sender“ Kainsmal, für „Spiegel“ und andere Geld – Facebook wird Medien erstmals bezahlen

© REUTERS / Dado RuvicLogo von Facebook-App
Logo von Facebook-App - SNA, 1920, 02.03.2021
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Der US-Digitalkonzern Facebook wird eine Reihe von namhaften deutschen Medien künftig für einen Teil ihrer Nachrichteninhalte bezahlen.
Eine entsprechende Einigung meldete der Facebook-Leiter für die News-Partnerschaften, Jesper Doub, am Montag. Es handelt sich um Zusammenarbeit im Rahmen des neuen Projektes Facebook News. Unter dieser Spalte werden in dem sozialen Netzwerk ab Mai dieses Jahres einige Nachrichten aus den deutschen Medien prominent platziert. Für die Platzierung wird Facebook die Medien entsprechend vergüten. Wieviel Geld die Medien dafür bekommen sollen, bleibt unbekannt.
An dem Projekt nehmen vorerst „Der Spiegel“, „Die Zeit“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die Funke Mediengruppe, Gruner+Jahr, zu dem etwa das Nachrichtenmagazin „Stern“ gehört, die Handelsblatt Media Group, Ippen Digital, der etwa die „taz“ und den „Münchner Merkur“ herausgibt, und der „Tagesspiegel“ teil. „Der Spiegel“ und „Die Zeit“ sollen dabei die ersten Partner von Facebook News in Deutschland werden. Zuvor hatte Facebook ähnliche Vereinbarungen mit amerikanischen und britischen Medienhäusern unterzeichnet. Mit französischen Medien laufen noch Verhandlungen.
Außerdem hatte Facebook im Februar einen Konflikt mit australischen Behörden und lokalen Nachrichtenverlegern, nachdem der Konzern beschlossen hatte, die Verbreitung von australischen Nachrichten auf seiner Plattform zu beschränken. Grund dafür war ein Gesetz des Landes zum Schutz des lokalen Medienmarktes. Dann gab das soziale Netzwerk jedoch bekannt, dass es eine Einigung mit den australischen Behörden erzielt habe und die Beschränkungen für die Veröffentlichung von Nachrichteninhalten durch lokale Medien aufheben werde. Letzte Woche sagte Facebook übrigens zu, in den nächsten drei Jahren eine Milliarde US-Dollar an Medienhäuser zu zahlen, die Nachrichteninhalte veröffentlichen.

„Bild“ und „Welt“ lassen sich niedrige Vergütung nicht gefallen

Axel Springer, eine der größten deutschen Mediengruppen, die unter anderem die „Bild“ -Zeitung und „Die Welt“ herausgibt, weigert sich jedoch, da mitzumachen. „Die Versuche einiger Plattformen, sich einerseits als Medien zu positionieren und andererseits Verlage mit unzureichender Vergütung abzuspeisen, sind fraglich“, zitiert Reuters einen Sprecher von Axel Springer.
Nach dem geplanten Urheberrechtsgesetz der EU, das ebenfalls die sogenannten Upload-Filter mit sich bringen soll, müssten Suchmaschinen und Social-Media-Plattformen künftig Einnahmen mit den Verlegern teilen, wenn deren Inhalte angezeigt werden. In dieser Hinsicht äußerte Axel Springer am Montag, dass man sich lieber auf diese Regeln verlassen wolle.

Facebook öfter in Kritik

Vor allem beim Thema Datenschutz wird der US-Digitalriese öfter kritisiert. Der Präsident des deutschen Bundeskartellamts, Andreas Mundt, will Facebook deshalb nun dazu zwingen, vorsichtiger mit den Daten der User umzugehen. Der Konzern setzt bisher bei vielen Themen seine eigenen Regeln, vermutet wird ebenfalls eventuelle politische Einflussnahme, wie im Fall der ehemaligen Büroleiterin von Digital-Staatsministerin Dorothee Bär und Freundin des Verkehrsministers Andreas Scheuer, Julia Reuss, die als „Public-Policy-Direktorin“ für Zentraleuropa zu Facebook wechselte. Die ehemalige Ukraine-Beraterin des Vize-US-Präsidenten Joe Biden, Anna Makanju, ist bei Facebook als Expertin für die „Integrität von Wahlen“ eingestellt.
Auch hat Facebook eine besondere „Vorliebe“ für die staatlich finanzierten Medien aus Russland. Seit kurzem kennzeichnet Facebook, wie auch Twitter, den Account von RT DE und vor dem Namenswechsel auch den des SNA-Vorgängers als „vom Staat Russland kontrollierte“ und nicht etwa finanzierte Medien. Dem US-Sender RFE/RL, der Deutschen Welle oder der britischen BBC, die ebenfalls staatlich finanziert werden, ist die Markierung jedoch erspart geblieben.
Facebook (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.02.2021
„Wir werden das nicht tolerieren“: Australien streitet erbittert mit Facebook – und stoppt Anzeigen
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