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Ein Positivfall „natürlich nur einmal“ übermittelt: RKI zu angeblichen Patzern der Corona-Statistik

© AFP 2021 / TOBIAS SCHWARZBundesgesundheitsminister Jens Spahn gestikuliert auf einer Pressekonferenz am 12. Februar 2021 in Berlin zu der Corona-Pandemie
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gestikuliert auf einer Pressekonferenz am 12. Februar 2021 in Berlin zu der Corona-Pandemie - SNA, 1920, 01.03.2021
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Laut der Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, werden dem Gesundheitsamt auch Name und Adresse einer auf das neuartige Coronavirus positiv getesteten Person gemeldet. Das Gesundheitsamt übermittele dann einen Fall „natürlich nur einmal“ übers Land an das RKI.
Dies teilte Glasmacher gegenüber der SNA auf eine entsprechende Anfrage „ganz generell und nicht als Kommentar auf eine Äußerung einzelner“ mit. „Das RKI weist Infektionsfälle aus, also Personen“, sagt die Sprecherin.
Hiermit dementiert das RKI indirekt die am Wochenende im Netz verbreiteten Vorwürfe, das Institut würde die Daten der Positiv-Getesteten anonymisiert bekommen und diese dann jedes Mal als Neuinfizierte verkaufen. Eine gewisse Fachärztin für Allgemeinmedizin und Diabetologin Dr. Katrin Kessler behauptete etwa auf ihrer Youtube-Seite, sie habe vom RKI bestätigt bekommen, dass „diese anonymen Meldungen von jemand, der z.B. zum sechsten Mal zum Test gekommen ist, jedes Mal als Neuinfektion in den Medien gilt“.
„Wir kommentieren generell keine Videos oder Äußerungen Einzelner“, erklärte Glasmacher dazu.
Mittlerweile ist das Ursprungsvideo von Kessler nicht mehr auf Youtube zu finden, dafür aber ein Nachtrag. In diesem sagt die Ärztin, dass ein Mitarbeiter von ihr mehrere Gesundheitsämter kontaktiert habe. Er habe von diesen auch gesagt bekommen, dass „sie es abgleichen, also tatsächlich schauen, dass keine doppelt Gemeldeten beim RKI landen“. Anschließend entschuldigt sich Kessler für das Missverständnis – dies nehme einen großen Wind aus ihrer ursprünglichen Aussage.

Ansonsten Daten nur verspätet übermittelt?

Ende Januar hatte der Mediziner und Soziologe Bertram Häussler vom Gesundheitsforschungsinstitut IGES in Berlin in einem „Focus“-Interview kritisiert, dass die in der derzeitigen Form täglich veröffentlichten Sterbezahlen des RKI wohl verspätet übermittelt werden und zur Rechtfertigung für politische Entscheidungen mit ins Feld geführt werden. Eine administrative Verzögerung dauert nach seinen Angaben ungefähr eine Woche.
Auf eine SNA-Anfrage bestätigte das RKI damals, dass die Hälfte der Todesfälle innerhalb von einem Tag an das RKI übermittelt werde, die zweite Hälfte dagegen werde in der Tat mit Verzögerungen dem Gesundheitsamt mitgeteilt. „Bei hohem Fallaufkommen und großer Belastung der Gesundheitsämter kann es außerdem sein, dass diese Informationen erst mit Verzug nachgetragen werden. Bei einem gewissen Anteil der Fälle, der jedoch großen Schwankungen unterliegt, liegt diese Information daher erst zehn Tage oder noch später am RKI vor.“
Ein Mitarbeiter des Meißener Krematoriums sortiert Särge mit Corona-Opfern, 15. Januar 2021 - SNA, 1920, 27.01.2021
Täglich veraltete Corona-Todesfälle gemeldet? RKI antwortet SNA auf Kritik
Das überschneidet sich auch mit den Beobachtungen eines Zuschauers der SNA-eigenen Sendung „Basta Berlin“. In einem Zuschauerbrief schrieb der nach seinen Angaben in einem städtischen Krankenhaus tätige Arzt an die SNA-Redaktion, dass die Testmethodik nicht geeicht sei und verschiedene Gesundheitsämter die sogenannten ct-Verre, also die nachgewiesene Viruslast und die daraus folgende Testergebnisse unterschiedlich wahrnehmen könnten. Deswegen sei er sich „nicht sicher“, ob „die einzelnen positiven Tests immer Personen zugeordnet werden“ und gerade in den Krankenhäusern, wo öfter nachgetestet werde, die Behandelten dann nicht wiederholt in der Statistik auftauchen würden.
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