Corona-Maßnahmen: Mehrheit für Lockerungen

© REUTERS / MATTHIAS RIETSCHELFrisur-Salon in Haselbachtal
Frisur-Salon in Haselbachtal - SNA, 1920, 01.03.2021
Eine Mehrheit der Deutschen findet, dass es jetzt Zeit für Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen ist. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer.
Ab heute dürfen Friseursalons in Deutschland wieder öffnen. Weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen sind momentan jedoch nicht in Sicht, ebenso wenig wie eine flächendeckende Impfung gegen das Virus. Am Mittwoch tagen die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin erneut, um zu entscheiden, was ab dem 8. März gelten soll.

AfD will öffnen, Grüne bleiben auf Linie

Eine aktuelle Umfrage des ZDF-Politbarometers unter 1202 Wahlberechtigten zeigt, dass die Deutschen Lockdown-müde sind. 56 Prozent der Befragten würden weitere Lockerungen aktuell befürworten. 41 Prozent lehnen das ab. Am lautesten ist der Ruf nach Lockerungen bei den Anhängern von AfD (82 Prozent) und FDP (67 Prozent) aber auch gut die Hälfte der Anhänger von CDU/CSU (56 Prozent) und Linke (54 Prozent) schließen sich dem an. Die SPD-Anhänger sind eher gespalten und die Anhänger der Grünen sind mehrheitlich dagegen (58 Prozent).
  - SNA, 1920, 01.03.2021
Zwar halten weiterhin die meisten Befragten die geltenden Corona-Regelungen für gerade richtig (55 Prozent), der Anteil derer, die diese übertrieben finden, ist mit 23 Prozent jedoch deutlich angestiegen im Vergleich zum Januar, wo dies nur 14 Prozent fanden. Auf der anderen Seite sind nur noch 18 Prozent (im Januar waren es 28 Prozent) für strengere Maßnahmen.

Lockerungen: Läden und Geschäfte an erster Stelle

Grundschulen und Kitas wurden in den meisten Bundesländern bereits in dieser Woche wieder geöffnet. Das unterstützen 44 Prozent der Befragten; 26 Prozent hätten sich sogar die Öffnung aller Schulen gewünscht.
Kanzleramtschef Helge Braun (Archivbild) - SNA, 1920, 01.03.2021
„Warum muss der Staat immer etwas anbieten?“ – Ratloser Kanzleramtschef bei „Anne Will“
Nur für 26 Prozent hätten die Schulen noch länger geschlossen bleiben sollen. Auch, dass Lehrkräfte in Grundschulen und Beschäftigte in Kitas früher als bisher geplant geimpft werden sollen, findet mit 88 Prozent breite Zustimmung.
Wenn es darum geht, für welche Bereiche es als nächstes Lockerungen geben soll, haben für 40 Prozent Läden und Geschäfte oberste Priorität. 22 Prozent wollen als erstes Erleichterungen bei den geltenden Kontaktbeschränkungen, 20 Prozent bei Sport, Kultur und Freizeit und 15 Prozent bei den Restaurants.

Mehrheit verspricht sich viel von Corona-Schnelltests

In den nächsten Wochen sollen Corona-Schnelltests bei uns deutlich ausgeweitet werden. 59 Prozent der Befragten glauben, dass die Durchführung vieler Schnelltests stark helfen wird, die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. 40 Prozent bezweifeln das, darunter eine Mehrheit der AfD-Anhänger (58 Prozent).

Corona-Management: schwach positive Bilanz

Mit dem Krisenmanagement von Bund und Ländern zeigen sich 52 Prozent der Befragten zufrieden, 43 Prozent stellen den politischen Entscheidungsträgern in Sachen Corona ein schlechtes Zeugnis aus. Dabei beurteilen die Anhänger der Regierungsparteien (CDU/CSU-Anhänger: 66 Prozent; SPD-Anhänger: 59 Prozent) sowie der Grünen (54 Prozent) deren Arbeit mehrheitlich positiv. Die Anhänger von AfD (85 Prozent), FDP (54 Prozent) und Linke (62 Prozent) äußern dagegen mehrheitlich Kritik.
Bevor der separate EU-einheitliche Impfpass für die Covid-19-Impfung kommt, werden die Corona-Impfungen in die allgemeinen internationalen Impfzertifikate der WHO eingetragen, die auf dem Bild zu sehen sind. - SNA, 1920, 27.02.2021
Mehrheit der Deutschen wünscht sich Impfpass wie in Israel
Auf europäischer Ebene überwiegt in dieser Frage die Unzufriedenheit: 57 Prozent meinen, die EU mache in der Corona-Krise ihre Sache eher schlecht, nur 31 Prozent sagen „eher gut“. Diese Einschätzung teilen die Anhänger aller Parteien mehrheitlich, lediglich die Anhänger der Grünen sind hier gespalten.
Das ZDF-Politbarometer hatte zwischen 23. und 25. Februar 1202 Personen über 18 Jahren befragt.
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