Prozess gegen Clanchef Abou-Chaker: Bushido spricht von Bedrohung seiner Familie

© AFP 2022 / PAUL ZINKENBushido in einer Gerichtssitzung im Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker , 17. August 2020.
Bushido in einer Gerichtssitzung im Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker , 17. August 2020.  - SNA, 1920, 01.03.2021
Der deutscher Rapper Bushido hat im Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker seinen einstigen Geschäftspartner als „schlafenden Vulkan“ bezeichnet, der jederzeit ausbrechen könne. Er hat nach den Worten des Musikers nicht nur ihn, sondern auch seine Ehefrau und Kinder bedroht.
A.-Ch. denke bis heute, dass er ihm gehöre, sagte Bushido am Montag vor dem Berliner Landgericht. Der Rapper betonte, er habe sein Gesicht wiedererlangt, indem er sich gegen A.-Ch. gestellt habe. Der 42-Jährige wurde schon mehr als 20 Mal als Zeuge vernommen. Auch am 27. Prozesstag wurde Bushido – der auch Nebenkläger ist – von vermummten Personenschützern in den Saal gebracht.
Laut Anklage soll es zu Straftaten zum Nachteil Bushidos gekommen sein, nachdem er 2017 die Beziehungen zu seinem Geschäftspartner aufgelöst habe. Arafat A.-Ch. habe dies nicht akzeptieren wollen und unberechtigt eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an Bushidos Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Bushido sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit einer Wasserflasche und einem Stuhl attackiert worden.

Massiv bedroht

Bei dem Treffen im abgeschlossenen Büro sei er vehement beleidigt und als Verräter beschimpft worden, so Bushido. A-Ch. habe gleich losgeschrien und gedroht, er werde hier nicht lebend herauskommen.
Auch die Familie von Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi, steht unter Polizeischutz. Als er von der Bedrohung gegen seine Ehefrau und seine Kinder im November 2018 erfahren habe, sei er geschockt gewesen, sagte der Musiker. Auf die Frage des Richters, warum er dann nicht gleich zur Polizei gegangen sei, antwortete Bushido: „Das war eine emotionale Entscheidung meinerseits“. Er habe sich angesichts seiner Verzweiflung nicht sofort offenbaren können.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-jährigen Hauptangeklagten A.-Ch. Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Mitangeklagt sind drei Brüder des Clanchefs. Bislang schweigen sie.
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