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Lügen über Nebenwirkungen: Sanitäter wirft Attila Hildmann unlautere Anti-Impf-Propaganda vor

© REUTERS / STEPHANE MAHEKrankenschwester verabreicht Impfung gegen Corona.
Krankenschwester verabreicht Impfung gegen Corona. - SNA, 1920, 27.02.2021
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Nach einer Corona-Impfung mit dem Präparat von AstraZeneca hatte der Hamburger Notfallsanitäter Timo Sievert mit schweren Nebenwirkungen zu kämpfen. Davon berichtete er persönlich auf YouTube. Sein Ärger war groß, als er entdeckte, dass der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann seinen Beitrag zu eigenen Propagandazwecken benutzt hat.
Über seine Entdeckung sei er extrem erschüttert gewesen, so Sievert in einem Interview mit der „Welt“. „Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt ist eines der höchsten Güter, die wir in unserer Gesellschaft haben. Attila Hildmann aber hat mein Video für seine Anti-Impf-Propaganda benutzt“, beklagte der Sanitäter.
Er habe „Teile aus meinem Video herausgeschnitten und sie mit Aufnahmen von weiteren Menschen, die von ihren Nebenwirkungen berichten, zu einem reißerischen Video verarbeitet“, erklärte Sievert. Der Notfallsanitäter wolle nicht „das Werbegesicht für Verschwörungstheoretiker“ sein.
Sievert wurde nach eigenen Worten als einer der ersten Hamburger mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca gegen Corona geimpft, weil er im Rettungsdienst tätig ist und somit zur Prioritätsgruppe eins gehört. Nach der Impfung habe er mit Nebenwirkungen zu kämpfen gehabt – wie etwa hohes Fieber und ein Taubheitsgefühl in der gesamten rechten Körperhälfte.

Verbreitet Unwahrheiten

In diesem Zusammenhang soll Hildmann Unwahrheiten verbreitet haben. So habe er in einem seiner Videos behauptet, dass Sievert einen Impfschaden hätte und jetzt halbseitig gelähmt wäre. „Es waren Impfnebenwirkungen und die Lähmungserscheinung ist weg“, stellte er klar. Inzwischen würden Hildmanns Anhänger dem Sanitäter unterstellen, er sei nie geimpft worden und werde von der Regierung für Propaganda bezahlt. „Vor einer Woche war ich noch der Beleg, wie schlimm das Impfen doch sei, und nun soll ich nie geimpft worden sein? Das ist so ein Irrsinn“, sagte der Hamburger.
Nach dem Video habe er durch die Zuschriften anderer Sanitäter erfahren, dass sie unter ähnlichen Symptomen gelitten hätten. Sievert bezeichnete das einerseits als „alarmierend“. Andererseits sei das aus medizinischer Sicht eigentlich ein gutes Zeichen. „Der Impfstoff bewirkt genau, was er soll. Der Lernprozess des Immunsystems setzt ein. Deswegen lässt man sich ja impfen“, erklärte der Sanitäter. Er spricht sich trotz der Nebenwirkungen, die er am eigenen Leib erfahren musste, für eine Corona-Impfung aus.
Attila Hildmann gilt als entschiedener Gegner der Corona-Einschränkungen in Deutschland und fiel mehrmals durch eine militante Rhetorik und Verschwörungstheorien auf. Die Staatsanwaltschaft überprüft derzeit wegen des Verdachts auf Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung mehr als 1000 Äußerungen des 39-Jährigen.
Attila Hildmann bei der Protestaktion in Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 23.02.2021
Attila Hildmann im Visier der Ermittler: Staatsanwaltschaft prüft über 1000 Äußerungen
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