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Armenien: Regierungsgegner campieren zweite Nacht vor Parlament

© SNA / Aram Nersessjan / Zur BilddatenbankZeltlager der Opposition in Jerewan
Zeltlager der Opposition in Jerewan - SNA, 1920, 27.02.2021
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Die politische Krise in Armenien dauert an: Gegner von Premierminister Nikol Paschinjan campieren schon den zweiten Tag in Folge vor dem Parlament in Jerewan. Wie ein Korrespondent der Agentur RIA Novosti aus der armenischen Hauptstadt berichtet, verlief die Nacht ruhig.
Bis zu drei Dutzend Menschen verbrachten die Nacht in einem Zeltlager, das die Opposition vor dem Parlamentsgebäude in Jerewan aufgeschlagen hatte. Sie legten Lagerfeuer, um sich zu wärmen. Am Morgen brachten ihnen ihre Mitstreiter Essen. Für den Mittag kündigte die Opposition eine neue Kundgebung vor dem Parlament an. Die Zufahrten zu dem Gebäude sind von der Polizei abgesperrt.
Proteste gegen Paschinjan hatte es bereits nach der Niederlage Armeniens im Krieg gegen Aserbaidschan im November gegeben. Der Premierminister hatte damals ein Abkommen zur Beendigung der Kämpfe unterschrieben, wodurch Teile der umstrittenen Region Bergkarabach unter Aserbaidschans Kontrolle geraten waren.
Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan - SNA, 1920, 25.02.2021
Armeniens Generalstab fordert Rücktritt von Paschinjan: Premier spricht von Militärputschversuch
Diese Woche eskalierte die Lage, nachdem der stellvertretende Generalstabschef, Tigran Chatschatrjan, nach Kritik an Paschinjan entlassen worden war. Paschinjan hatte erklärt, dass die aus russischer Produktion stammenden Iskander-Raketen, die Armenien im jüngsten Krieg um Bergkarabach eingesetzt habe, „nicht oder zu nur zehn Prozent explodiert“ seien. Der hohe Militär zog am Mittwoch diese Aussage öffentlich ins Lächerliche und wurde noch am selben Tag des Postens enthoben.
Am Donnerstag forderte die Armee in einem Statement den Rücktritt von Regierungschef Paschinjan. Dieser sprach von einem Putschversuch und rief seine Anhänger auf die Straßen. Gleichzeitig bauten Paschinjans Gegner vor dem Parlament Barrikaden und schlugen dort ein Camp auf. Die Opposition fordert den Rücktritt des Regierungschefs.
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