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Abschiebung von Ex-KZ-Wächter nach Deutschland: Moskau drängt auf Anklage

© SNA / Außenministerium RusslandsSprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa (Archivfoto)
Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa (Archivfoto) - SNA, 1920, 26.02.2021
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Nach der Abschiebung des früheren KZ-Wachmanns Friedrich Berger aus den USA will das russische Außenministerium laut der Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erreichen, dass gegen den 95-Jährigen Anklage in Deutschland erhoben wird.
„Wir begrüßen die Entscheidung des US-Justizministeriums, den 95-jährigen Naziverbrecher Friedrich Berger nach Deutschland abzuschieben“, sagte Sacharowa am Freitag in Moskau. Sie verwies darauf, dass Berger nach Informationen des russischen Außenministeriums eine deutsche Rente beziehe. „Nach seiner Ankunft in Deutschland wurde er zwar befragt, aber nicht in Gewahrsam genommen.“
„Die Gräueltaten von Hitlers Schergen und ihrer Komplizen verjähren nicht“, betonte Sacharowa.
„Wir wollen mit Beharrlichkeit darauf hinarbeiten, dass die deutschen Behörden die Situation um Friedrich Berger klären und offiziell Anklage gegen ihn erheben.“
Der „Spiegel“ hatte berichtet, dass der frühere KZ-Wachmann Friedrich Berger in der vergangenen Woche aus den USA nach Deutschland abgeschoben worden sei. Laut der US-Justiz war Berger als Wachmann in einem Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme nahe dem niedersächsischen Meppen eingesetzt und damit „aktiver Teilnehmer in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte der Menschheit“.
Zwei Vertreterinnen des Auschwitz-Komitees zeigen ein Plakat in der Nähe des Strafgerichtshofs in Hamburg, wo der 93-jährige ehemalige  SS-Mann aus dem KZ Stutthof vor Gericht stand. Okt. 17, 2019. - SNA, 1920, 16.02.2021
„Ein Versagen deutscher Justiz“: Auschwitz-Komitee zu hinschleppender Verfolgung der NS-Verbrecher
In der Begründung der Abschiebung habe es geheißen, dass in dem Außenlager des KZ damals Juden, Polen, Russen, Dänen, Niederländer, Franzosen und politische Gefangene unter „grauenhaften“ Bedingungen interniert gewesen seien, berichtete der „Spiegel“. Berger, der seit 1959 unerkannt in den USA lebte, habe seine Rolle als Wächter gegenüber US-Stellen zwar eingeräumt, allerdings habe er damals als 19-Jähriger nur die Befehle seiner Vorgesetzten ausgeführt.
Die Generalstaatsanwaltschaft Celle, die gegen den 95-jährigen wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord ermittelte, teilte im Dezember mit, das Verfahren „mangels hinreichenden Tatverdachts“ eingestellt zu haben. Dass Berger für seine Tätigkeit als KZ-Wächter in Deutschland vor Gericht komme, sei unwahrscheinlich, berichtet das Blatt. Das Verfahren in Celle, hieß es aus Justizkreisen, würde nur dann wieder aufgenommen, wenn es neue Beweise gegen Berger gebe.
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