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„Kultur schleunigst aus dem Lockdown holen“ – Dieter Hallervorden

Dieter Hallervorden - SNA, 1920, 26.02.2021
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Er habe Verständnis für die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, sagt am Freitag Schauspieler Dieter Hallervorden in einem Kommentar bei Telepolis. Aber die Politik gehe viel zu undifferenziert vor, Finanzhilfen kämen nicht an und Tausende Existenzen stünden auf dem Spiel.
In einem Gastkommentar in dem Onlinemagazin Telepolis hat sich Dieter Hallervorden den Frust von der Seele geschrieben. Er sei nicht neidisch, dass die Friseure ab 1. März wieder aufmachen dürfen, so der TV- und Bühnenstar. „Mir geht aber die Begründung von Markus Söder, die Frisur hätte mit Menschenwürde zu tun, während die Kultur stillgelegt bleibt, gewaltig auf den Zeiger.“
Er sei kein Corona-Leugner, erklärt Hallervorden. Er sei selbst geimpft, arbeite vor und hinter der Kamera nur mit Getesteten und habe in seinen beiden Berliner Theatern auf eigene Kosten für vorbildliche Hygiene gesorgt. Er sei auch nicht generell gegen harte Maßnahmen in der Pandemiebekämpfung. „Aber die Dosis macht's!“

„Didi" empört über „Lockdown ohne Augenmaß“

Die Gesundheitsämter seien seit 20 Jahren dermaßen heruntergewirtschaftet, dass sie weder Infektionsketten nachverfolgen, noch einzelne Kultureinrichtungen bewerten könnten. Und dann habe die Regierung auch noch den Sommer verschlafen.
„So blieb nur noch ein Lockdown ohne Augenmaß. Heute werden allenfalls noch Parteiveranstaltungen von Gesundheitsämtern genehmigt. Aber hat Kultur nicht endlich im Grundgesetz dasselbe Privileg verdient wie Parteien?“
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Tausende Kulturschaffende in Existenznot

Das Resultat sei, dass nun Existenzen kaputt gingen, betroffen seien Tausende Kulturveranstalter und Künstler. Finanzhilfen kämen nicht an und die Quarantäne mache Menschen seelisch krank. Schuld an der Katastrophe sei aber nicht nur Corona, sondern auch die Politik.
Die renommierte Gesundheitsforscherin Dr. Christiane Wetzel habe gesagt, der Lockdown laufe deswegen so schlecht, weil er zu unpräzise angelegt sei. Statistisch werde dann zum Beispiel die Ansteckungsrate in einer Kultureinrichtung und in einem Puff durchschnittlich über einen regionalen Kamm geschoren, fährt der Theaterleiter fort. Entsprechend undifferenziert seien auch die Maßnahmen. Forscher der TU Berlin hätten herausgefunden, dass in Theatern und Museen der R-Wert bei gerade einmal 0,6 Prozent liege – also genauso niedrig sei wie in Friseursalons. In Einkaufsläden sei er doppelt so hoch, in Mehrpersonen-Büros liege er, selbst bei halber Besetzung, bei 11,5.

„Es gibt also viele gute Gründe, Kultur im Land der Dichter und Denker schleunigst aus dem Lockdown herauszuholen.“

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