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Zu alt zum Feiern? Mann klagt vor dem BGH, weil ihm der Zutritt zu einer Party verwehrt wurde

© CC0 / Free-PhotosParty (Symbolbild)
Party (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.02.2021
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Darf jemand aus Altersgründen von einer Party ausgeschlossen werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit der Bundesgerichtshof. Geklagt hat ein Mann, dem im Sommer 2017 der Zutritt zu einem Open-Air-Musikevent verwehrt wurde, weil er zu alt aussah.
An der Tür zum Club abgewiesen werden, weil man nicht volljährig ist oder die Kleidung dem Dresscode nicht entspricht – das kennt der eine oder andere aus eigener Erfahrung. Aber nicht auf ein Open-Air zu dürfen, weil man zu alt ist? Genau das ist laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur einem damals 44 Jahre alten Mann in München passiert. Dieser klagt nun vor dem BGH wegen Altersdiskriminierung und fordert 1000 Euro Entschädigung.
Wie der Anwalt des Klägers am Donnerstag vor dem BGH erklärte, werde Alter im Gesetz in einer Reihe mit Herkunft und Religion genannt, daher dürfe hier nicht anders gewichtet werden. Die Open-Air-Party, die der Mann besuchen wollte, sei für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren gedacht gewesen, so die Veranstalter. Organisatoren müssten für den wirtschaftlichen Erfolg das Publikum auswählen dürfen.
Geburtstagstorte (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.02.2021
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Vor den Münchener Gerichten ist der Mann mit seiner Klage bereits gescheitert, die Revision zum BGH wurde aber zugelassen. Dem Senat zufolge könnte ein entscheidender Punkt sein, wie viele Menschen an einer Veranstaltung teilnehmen. In diesem Fall lag die Höchstzahl bei 1500. Die Frage ist, ab welcher Marke derartige Partys als Massengeschäft im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) gelten. „Beim Maßstab, da sind wir noch auf der Suche“, sagte der Vorsitzende Richter. Er verwies darauf, dass die Rechtsprechung in ähnlichen Fällen wie bei einem Hotel, das Kinder unter 16 Jahre ausschloss, oder bei Stipendien für hochbegabte Studenten hier bislang keine Zahl enthalte.
Seine Entscheidung will der siebte Zivilsenat am 5. Mai verkünden.
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