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Virologe Streeck: „Langzeitstrategien entwickeln, anstatt sich von Lockdown zu Lockdown zu hangeln“

© SNA / Christian MangCorona-Lockdwon in Berlin
Corona-Lockdwon in Berlin - SNA, 1920, 24.02.2021
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Hendrik Streeck, der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem deutschen Nachrichtenportal „Focus“ über die Coronavirus-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung gesprochen.
Die Idee, dass jede Corona-Infektion verhindert werden könnte, kritisierte der Virologe in dem Gespräch. Stattdessen plädierte er dafür, schon jetzt Pläne zu machen, wie man mit dem Virus in Zukunft umgehen wird.
„Sars-CoV-2 gehört zur Familie der Coronaviren. Verhält es sich wie die anderen heimischen Coronaviren, und davon gehe ich aus, werden die Zahlen spätestens nächsten Herbst wieder ansteigen“, zitiert das Portal Streeck.
Im Mai und über den Sommer hinweg würden dann die Infektionszahlen auf einem niedrigen Niveau bleiben. Der Vorgang würde sich jedes Jahr wiederholen. Es handle sich um eine „Dauerwelle“. In ihren absoluten Zahlen ausgedrückt werde sie aber über die Jahre nicht nur niedriger, sondern auch weniger gefährlich.
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Streeck: „Balance zwischen Ernstnehmen und Nicht-Überdramatisieren finden“

Laut dem Bonner Virologen ist derzeit davon auszugehen, dass sich einige Menschen trotz Impfung infizieren könnten. Das Wichtige sei, Risikogruppen zu schützen.
„Wir müssen die Balance zwischen dem Ernstnehmen und Nicht-Überdramatisieren finden.“ Er wolle das Virus auf keinen Fall bagatellisieren. „Wir müssen uns dennoch von dem Glauben wegbewegen, dass wir jede potenzielle Infektion unterbinden können.“
Streeck forderte, „feste Warnmarker“ zu entwickeln und zu definieren, ab welcher Schwelle die Infektionszahl und die Belegungen kritisch werden, und schlug einen Stresstest für das Gesundheitssystem vor. Dieser soll in Form einer Computersimulation durchgeführt werden.
„Das Problem, das ich im Augenblick in vielen Bereichen sehe: Wir leben nur im Jetzt, anstatt unsere Zukunft zu planen. Das ist gefährlich. Viel wichtiger wäre es, jetzt schon über den Herbst 2021 nachzudenken. Die Beratungsgremien der Regierung sollten jetzt schon Langzeitstrategien entwickeln, anstatt sich von Lockdown zu Lockdown zu hangeln.“
Bundesweit wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge bisher insgesamt 2,4 Millionen Corona-Infizierte bis Mittwochmitternacht registriert – ein Anstieg um 8007 im Vergleich zum Vortag.
Insgesamt starben laut dem Institut 68.740 Patienten in Deutschland an der durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelösten Lungenerkrankung, was ein Plus von 422 Todesfällen gegenüber Dienstag bedeutet.
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