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Pandemiemüdigkeit treibt die Corona-Zahlen hoch – Epidemiologe Klaus Stöhr

© AP Photo / Martin MeissnerGeschlossene Schaufenster von Geschäften in Gelsenkirchen während bundesweiten Lockdowns
Geschlossene Schaufenster von Geschäften in Gelsenkirchen während bundesweiten Lockdowns - SNA, 1920, 24.02.2021
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Warum sinken die Corona-Neuinfektionen trotz Lockdown in Deutschland nicht? Sind die Mutanten schuld? Nein, sagt Epidemiologe Klaus Stöhr am Montag im Gespräch mit Deutschlandfunk. Die Leute könnten auch einfach pandemiemüde sein und empfiehlt die Abkehr vom absoluten Inzidenzwert und eine Einteilung in Altersgruppen.
„Was wir gegenwärtig sehen, ist, dass die Zahlen sich wieder erhöhen. Das hat meines Erachtens weniger etwas mit den Mutanten zu tun, sondern damit, dass die Leute auch pandemiemüde sind. Sie sehen: Wir haben eine Menge erreicht und jetzt wollen wir aber auch ein paar Freiheiten zurück kriegen“, erklärt Klaus Stöhr im Gespräch mit Deutschlandfunk.
Stöhr ist Epidemiologe und Virologe und war in der Vergangenheit Leiter des Globalen Influenzaprogramms sowie Sars-Forschungskoordinator bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Um sowohl der Pandemiemüdigkeit als auch der Pandemiebekämpfung gerecht zu werden, empfiehlt Stöhr künftig bei den Inzidenzen, bei denen Maßnahmen eingeleitet werden, die verschiedenen Altersgruppen und deren Gefährdung berücksichtigen.
Notaufnahme für Corona-Patienten im Milton-Keynes-Universitätsklinikum - SNA, 1920, 16.02.2021
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So könnte der Inzidenzwert in Pflegeeinrichtungen und Altersheimen unter 20 Erkrankungen pro 100.000 liegen. Bei jüngeren Leuten dagegen könne man sich deutlich höhere Inzidenzen erlauben. Es sei nicht zweckgemäß, nach dem „Gießkannenprinzip“ Maßnahmen in der gesamten Bevölkerung umzusetzen, dazu seien auch schlichtweg die Ressourcen der Gesundheitsämter zu sehr begrenzt, findet der Epidemiologe.
Eine Inzidenz von unter 50 in der gesamten Gesellschaft dauerhaft zu halten, hält er für illusorisch. Dass Länder mit schwächeren Maßnahmen durch die Pandemie kommen, verdeutlicht Stöhr an zwei Nachbarn Deutschlands: „In Frankreich liegt man bei 130 bis 150, die Schulen sind geöffnet, in Österreich die Läden. Dort hat man den Kompromiss zwischen Gesundheit, Freiheit und Wirtschaft als viel wichtiger angesehen.“
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