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Impfstoffknappheit? Lager voll mit AstraZeneca

© SNA / Wladimir TrefilowCorona-Impfstoff von AstraZeneca (Symbolbild)
Corona-Impfstoff von AstraZeneca (Symbolbild) - SNA, 1920, 24.02.2021
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Während vielerorts Impfzentren auf Nachschub von Moderna und BioNTtech warten, entwickelt sich der Impfstoff von AstraZeneca zum Ladenhüter. Immer mehr Menschen haben Bedenken gegenüber dem in Oxford entwickelten Impfstoff aufgrund eines schwächeren Schutzes und stärkerer Nebenwirkungen.
Bis Montag wurden mehr als 1,4 Millionen Dosen des Impfstoffes des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca an Deutschland geliefert. Verimpft wurden laut Impfmonitoring des Robert-Koch-Institutes jedoch erst 211.886 Dosen. Das heißt: Während woanders dringend auf Impfstoffe der Anbieter BioNTech und Moderna, die vor allem älteren Menschen verabreicht werden, gewartet wird, stapeln sich die Impfdosen von AstraZeneca in den Kühllagern. Letzteren werden im Moment in erster Linie medizinischem Personal angeboten.
Eine Durchstechflasche und eine Spritze vor einem angezeigten AstraZeneca-Logo  - SNA, 1920, 21.02.2021
60.000 Dosen fehlen: Astrazeneca liefert Italien weniger Impfstoff als vereinbart

Impfskepsis ausgerechnet bei medizinischem Personal

Gerade unter Pflegern und Ärzten scheint eine große Skepsis gegenüber dem mit 65 bis 70 Prozent eher geringer wirksamen Corona-Impfstoff zu herrschen. Halbe Belegschaften von Krankenhäusern und Pflegeheimen sollen sich weigern, mit dem AstraZeneca-Wirkstoff geimpft zu werden. Die Nebenwirkungen sollen mit Fieber, Erbrechen oder Schüttelfrost vergleichsweise stark ausfallen. Viele, auch junge Mediziner mussten sich nach der Impfung für einige Tage krankmelden.
Sollte die Impfbereitschaft weiterhin so gering sein, würde es rund sieben Wochen dauern, bis die Restbestände von mehr als 1,2 Millionen Dosen des AstraZeneca-Mittels aufgebraucht wären. Hinzu kommt, dass am Wochenende bereits die nächste Bestellung von über 650.000 Dosen in Deutschland erwartet wird.

AstraZeneca für alle?

Aufgrund dieser unerwartet ungenutzten Impfstoffkapazitäten mehren sich die Stimmen, die fordern, die Impf-Priorisierung aufzuheben und zumindest den AstraZeneca-Impfstoff jedem Impfwilligen, egal welchen Alters und aus welcher Berufsgruppe, anzubieten.
Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) will mit einem Teil der übrig gebliebenen AstraZeneca-Dosen die rund 3000 Obdachlosen in Berliner Notunterkünften gegen Corona impfen.
Es ist in der aktuellen Situation nicht hinnehmbar, dass Impfdosen ungenutzt herumliegen“, sagte Breitenbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Montag.
Es sei deshalb richtig, dass über eine neue Priorisierung diskutiert werde.

Obdachlose oder Lehrer zuerst?

„Wir dürfen dabei aber nicht diejenigen vergessen, die keine laute Lobby haben“, sagte Breitenbach.

Obdachlose sind wegen ihrer Unterbringung in Massenunterkünften und einer erhöhten Infektionsgefahr bislang in der Prioritätsstufe zwei, wären also eigentlich noch nicht dran. Die Senatorin will mit den Impfungen der Berliner Obdachlosen nun schon nächste Woche starten und hofft, dass andere Bundesländer dem Beispiel folgen.
Dosen mit Pfizer-Impfstoff - SNA, 1920, 23.02.2021
Corona-Kampf: Zahl der weltweit verteilten Impfstoff-Dosen immer größer
Durch das gerade beschlossene Vorziehen von Lehrern und Erziehern könnte sich die Impfung der Obdachlosen allerdings verzögern. Zur Absicherung von Kita- und Schulöffnungen sollen Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte früher geimpft werden. Nach einem Entwurf des Gesundheitsministeriums rücken „Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und an Grundschulen tätig sind“, von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge. Die geänderte Impfverordnung könnte an diesem Mittwoch in Kraft treten.
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