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Führen bestimmte Berufe in den Alkoholismus? – britische Studie gibt Aufschluss

Party (symbolbild) - SNA, 1920, 24.02.2021
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Eine Langzeitstudie aus Großbritannien hat untersucht, welche Berufsgruppen ein erhöhtes Risiko für eine Alkoholsucht haben. Zu den besonders gefährdeten Gruppen zählen demnach bei den Männern Handwerker und Kneipenwirte, bei Frauen Managerinnen und leitende Angestellte. Und in Deutschland? Suchtexperten schlagen Alarm.
Handwerker wie zum Beispiel Bauarbeiter und Fertigungsmitarbeiter trinken laut einer britischen Studie am meisten Alkohol. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sind im Fachblatt „BMC Public Health“ die Ergebnisse einer Studie zum Alkoholkonsum veröffentlicht worden, in der der Frage nachgegangen wird, in welchen Berufsgruppen besonders viel Alkohol getrunken wird. Dafür wurden Daten aus den Jahren 2006 bis 2010 von 100.817 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren ausgewertet. Die Teilnehmer kamen aus ganz Großbritannien und gaben ihren Beruf sowie den wöchentlichen und monatlichen Alkoholkonsum an.
Mit Blick auf einzelne Berufe waren die Raten übermäßigen Alkoholkonsums unter Gast- und Kneipenwirten, Gipsern und Vertretern industrieller Reinigungsberufe am höchsten. Die niedrigsten Raten fanden sich unter Geistlichen, Physikern, Geologen und Meteorologen sowie Medizinern.

Große geschlechtsspezifische Unterschiede

Dabei zeigte die Studie große geschlechtsspezifische Unterschiede: So waren es bei Männern vor allem handwerkliche Berufe, die mit starkem Alkoholkonsum zusammenhingen. Bei den Frauen stand dieser eher in Verbindung mit Berufen wie Managerin oder leitende Angestellte. Umgekehrt war die Rate hohen Alkoholkonsums bei Männern in den Berufen Geistlicher, Mediziner und Stadtplaner am niedrigsten, bei Frauen hingegen in den Berufen Schulsekretärin, Biologin, Biochemikerin und Physiotherapeutin.
Inwiefern sich das Trinkverhalten seit Beginn der Pandemie verändert hat, kann mit der Studie nicht nachvollzogen werden. In diesem Zusammenhang lohnt ein Blick auf Erhebungen aus Deutschland. So hat das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim zusammen mit dem Klinikum Nürnberg in einer Online-Umfrage ermittelt, dass der Alkoholkonsum bei 37,4 Prozent der Erwachsenen seit Beginn der Corona-Krise gestiegen ist. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KHK): Rund ein Viertel der Befragten im Alter zwischen 16 und 69 Jahren gab an, mehr zu trinken als vor der Pandemie.
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Abrutschen in die Sucht

Auch deutsche Suchtexperten schlagen Alarm. In einer aktuellen Studie der Krankenkasse Pronova, für die rund 150 Psychiater und Psychotherapeuten befragt worden sind, geben sechs von zehn Fachärzten an, dass sie einen erhöhten Alkoholkonsum bei ihren Patienten feststellen. So habe sich nicht nur die Rückfallquote erhöht, weil beispielsweise Selbsthilfegruppen nicht mehr zusammenkommen könnten, sondern auch das Risiko für bislang unbelastete Personen, in die Sucht abzurutschen. Im Schnitt hätten Fachärzte seit Beginn der Pandemie rund 30 Prozent mehr Patienten behandelt. Als häufigste Gründe dafür werden Depressionen, Angststörungen und Überforderung genannt.
Statistisch gesehen ist der Absatz von alkoholischen Getränken 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Das spiegelt jedoch nicht unbedingt den privaten Alkoholkonsum wider, sondern dürfte in hohem Maße dem Umstand geschuldet sein, dass Kneipen und Restaurants im Lockdown ihren Betrieb einstellen beziehungsweise in den Sommermonaten nur eingeschränkt aufrechterhalten konnten.
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