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„Wir haben keine Hoheit“: Bischofskonferenz spricht vom fehlenden Einfluss im Fall Woelki

© AFP 2020 / ARNE DEDERTDeutsche Bischöfe nehmen an der Eröffnungsmesse der Deutschen Bischofskonferenz am 25. September 2018 im Dom zu Fulda teil.
Deutsche Bischöfe nehmen an der Eröffnungsmesse der Deutschen Bischofskonferenz am 25. September 2018 im Dom zu Fulda  teil. - SNA, 1920, 23.02.2021
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Mitten in der Vertrauenskrise im Erzbistum Köln hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am Dienstag in Bonn angegeben, keine Kompetenzen für eine Maßregelung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki zu haben.
„Wir haben keine Hoheit, über den Kardinal hinweg oder ohne ihn oder an ihm vorbei in dieser Frage auch nur ein Stück weiterzukommen“, sagte Georg Bätzing zum Auftakt der dreitägigen Frühjahrsvollversammlung.
Woelki hat ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen Priester in Auftrag gegeben, hält es aber unter Verschluss. Dafür führt er rechtliche Gründe an. Die dadurch entstandene Vertrauenskrise im Erzbistum Köln habe „Auswirkungen auf die ganze katholische Kirche“ und sogar die evangelische Kirche, sagte Bätzing. „Hier gibt es eine Haftungsgemeinschaft, die die Institutionen insgesamt trifft.“
iPhone auf einer Bibel (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.02.2021
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Er selbst nehme Woelki seinen Aufklärungswillen ab, sagte der Limburger Bischof. Die entstandene Unruhe könne er aber genauso verstehen. Er habe Woelki vorgeschlagen, das Gutachten zu veröffentlichen und dann öffentlich darüber zu diskutieren, ob es rechtsfähig und gerecht sei. Darauf sei Woelki aber nicht eingegangen. „Der Kardinal hat seine Entscheidung getroffen, und ich glaube, wir werden jetzt warten müssen bis zum 18. März.“ Dann will Woelki ein neues Gutachten veröffentlichen lassen.
Weitergehend äußerte sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg. „Wenn eindeutiges Fehlverhalten festgestellt wird, dann ist ein Rücktritt angebracht“, sagte Sternberg der Deutschen Presse-Agentur.
In Köln stelle sich die Frage, ob Rücktritte von Verantwortlichen nicht deshalb nötig seien, weil „das Vertrauen bei den eigenen Gläubigen zerstört ist“, betonte Sternberg. Das ist aus seiner Sicht eine Frage, die in Köln entschieden werden muss.
„Die Nachrichten, die ich von Gemeinden und Verbänden aus Köln bekomme, zeichnen eine katastrophale Situation. Eine solche Empörung wie dort habe ich persönlich noch niemals erlebt“, so Sternberg weiter.
Am Freitag war sogar der Server für die Buchung von Online-Terminen für Kirchenaustritte wegen zu hoher Nachfrage zusammengebrochen.
Bisher ist noch kein einziger Bischof wegen des Missbrauchsskandals zurückgetreten. Wohl hat der frühere Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, angekündigt, mit 500.000 Euro aus seinem Privatvermögen eine Stiftung für Opfer von sexueller Gewalt einzurichten.
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