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„Gratis arbeiten“ bis zum 20. Februar: Frauen und die Lohnungleichheit in der Schweiz

© CC0 / Doris Jungo / PixabaySchweizer Franken (Symbolbild)
Schweizer Franken (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.02.2021
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Die Schweiz hat vor kurzem 50 Jahre Frauenstimmrecht gefeiert. Dennoch müsse sie sich vergegenwärtigen, dass die Debatte über die Gleichberechtigung der Geschlechter weitergehen muss. Daraufhin verweist „BPW Switzerland“. Sie legt den 20. Februar als den „Equal Pay Day“ fest: Die Lohnungleichheit in der Schweiz beträgt immer noch 14,4 Prozent.
Am 7. Februar 1971 wurde das Frauenstimmrecht in der Schweiz formell eingeführt. Auch wenn das ein Anlass zum Feiern ist, so darf die Euphorie nicht die Realität überblenden: Die Organisation „Business & Professional Women Switzerland“ (BPW) erklärte in einer Medienmitteilung vom letzten Dienstag den 20. Februar zum „Equal Pay Day“ in der Schweiz. Dieser Tag soll eine Veranschaulichung dafür sein, dass Lohnungleichheit immer noch besteht: So beziffert BPW den diskriminierenden Anteil der Lohnungleichheit mit 14.4 Prozent. Dieser Wert habe sich an den Durchschnittslöhnen der Privatwirtschaft orientiert, schreibt die Organisation.
Fackelumzug der Frauen für Frauenstimmrecht in Zürich, Februar 1963  - SNA, 1920, 06.02.2021
Vor 50 Jahren erhielten Schweizerinnen Stimmrecht auf Bundesebene
Demzufolge kann der „Equal Pay Day“ auf den 20. Februar datiert werden: Berechnet wird dieser, in dem man zeitlich den Lohn der Männer auf den 1. Januar zurückführt, während Frauen bis zum 20. Februar theoretisch kostenlos Arbeit erbringen, ohne dafür bezahlt zu werden. Diese zeitliche Angabe trägt einen symbolischen Wert. BPW beschreibt dies mit folgenden Worten:
„Der Equal Pay Day – der internationale Tag der Lohngleichheit – fällt in der Schweiz dieses Jahr auf den 20. Februar. Denn bis zu diesem Tag haben die Arbeitnehmerinnen in der Schweiz gratis gearbeitet, während ihre männlichen Kollegen bereits seit dem 1. Januar ihren Lohn erhalten.”

Zuversicht durch Gleichstellungsgesetz

Seit dem 1. Juli 2020 ist das Gleichstellungsgesetz in der Schweiz in Kraft getreten. Dieses soll dafür sorgen, dass Unternehmen zu mehr Transparenz in Bezug auf Auszahlung der Löhne gezwungen werden. Konkreter werden Unternehmen dazu verpflichtet, mehr Lohnanalysen durchzuführen, wenn sie mehr als 100 Mitarbeiter haben. BPW zeigt sich zuversichtlich, dass dieses Gesetz zu einem größeren gesellschaftlichen Bewusstsein beitragen könnte:
„Wenn sich die Lohnschere zwischen Mann und Frau verringert, bietet sich die Chance, Betreuungs- und Erwerbsarbeit aufzuteilen, ohne finanzielle Einbußen zu erleiden. Davon profitieren vor allem junge Familien.”

Equal Pay Day – andere Länder im Vergleich

Der „Equal Pay Day“ ist kein Konzept, dass es nur in der Schweiz gibt. Auch andere Länder schenken dem Tag Beachtung, der auf die Lohnungleichheit der Geschlechter aufmerksam machen soll. So wird der „Equal Pay Day“ in Deutschland auf den 10. März datiert. Das spätere Datum ist auf die größere Lücke zurückzuführen: In Deutschland beträgt der sogenannte Gender Pay Gap ganze 19 Prozent.
In Österreich fällt der „Equal Pay Day auf den 21. Februar. Erstaunlicherweise weist das deutschsprachige Nachbarland fast dieselben Zahlen wie die Schweiz auf: Frauen verdienen 14,3 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist der Tag um vier Werktage nach vorne gerutscht.
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