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Israel beendet Lockdown – aber nur für Geimpfte

© REUTERS / CORINNA KERNImpfstelle in einem Bar in Tel Aviv, wo allen Geimpften ein kostenfreies Getränk als Geschenk gesichert wird
Impfstelle in einem Bar in Tel Aviv, wo allen Geimpften ein kostenfreies Getränk als Geschenk gesichert wird - SNA, 1920, 22.02.2021
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Ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise kehrt in Israel wieder ein Stück Normalität ein. Fitnessstudios, Kultureinrichtungen und Schwimmbäder dürfen wieder besucht werden. Dies gilt aber nur für Besitzer eines Grünen Passes für Geimpfte und Genesene.
Israel hat am Sonntag spezielle Erleichterungen für Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung genesen sind. Mit einem Grünen Pass dürfen sie unter anderem wieder Fitnessstudios, Hotels, Theater oder Sportereignisse besuchen. Gesundheitsminister Juli Edelstein schrieb bei Twitter, mehr als 3,2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile genießen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Land wieder anzukurbeln.

„Der Grüne Pass öffnet das Land schrittweise wieder.“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, 6. Januar, 2021. - SNA
Benjamin Netanjahu
Israels Regierungschef

Impfweltmeister Israel

Die Impfkampagne in Israel ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit fortgeschritten. Das Land mit seinen 9,3 Millionen Einwohnern gilt als Vorreiter. Inzwischen kann sich jeder Bürger im Alter ab 16 Jahren impfen lassen. Die Infektionszahlen im Land sind weiterhin vergleichsweise hoch, in den vergangenen Wochen jedoch stetig gesunken.
Insgesamt wurden in Israel seit dem 19. Dezember rund 4,3 Millionen Erst- und fast drei Millionen Zweitimpfungen verabreicht. Zum Vergleich: Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. Dort erhielten bislang knapp 3,2 Millionen Menschen eine erste und knapp 1,7 Millionen auch eine zweite Impfung.
Lockdown in Berlin - SNA, 1920, 22.02.2021
Die meisten Deutschen glauben an Lockerungen durch Covid-Schnelltests – Umfrage
In Israel kann sich jeder Genesene sowie jeder Geimpfte eine Woche nach der zweiten Impfung einen Impfausweis online erstellen. Persönliche Informationen sind mittels eines einfachen QR-Codes ablesbar. Besitzer eines solchen Impfausweises können sich dann einen Grünen Pass ausstellen lassen, unter anderem über eine spezielle App.
Das Gesundheitsministerium hat mit der Polizei Maßnahmen vereinbart, die Fälschungen verhindern sollen. Bei Verstößen drohen Unternehmen saftige Bußgelder, Fälschern des Grünen Passes hatte Gesundheitsminister Juli Edelstein sogar mit Haftstrafen gedroht.

Läden auf – Schulen zu

Von Elternseite gab es heftige Kritik daran, dass in den Mittelschulen der Fernunterricht per Videokonferenz-Software Zoom weitergeht, während die Einkaufszentren bereits geöffnet sind. Auch Impfgegner kritisierten die Vorteile, die der Grüne Pass ermöglicht, als ungerecht und illegitimes Druckmittel seitens der Regierung.
Die Leiterin einer Fitness-Kette sprach dagegen am Sonntag von einer „fantastischen Öffnung“. Die Geimpften, die nach Monaten wieder im Studio Sport machen könnten, seien „glücklich darüber, dass sie eine grüne Insel betreten, auf der ihnen keine Gefahr droht“, sagte sie der Nachrichtenseite ynet.
Im Rahmen eines zweiten Öffnungsschritts nach einem wochenlangen Lockdown wurden am Sonntag auch Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser für Nicht-Geimpfte geöffnet. Dort müssen weiter die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstand eingehalten werden. Auch die Schulen wurden für weitere Klassen geöffnet.
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