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Kritik an Weltärztechef Montgomery nach Forderung, Mediziner nicht mit Astrazeneca zu impfen

CC BY-SA 4.0 / Kasa Fue / Wikimedia CommonsVorsitzender des Weltärztebundes Dr. Frank Ulrich Montgomery (Archivbild)
Vorsitzender des Weltärztebundes Dr. Frank Ulrich Montgomery (Archivbild) - SNA, 1920, 19.02.2021
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Das Vakzin von Astrazeneca ist mit 70 Prozent in den Studien um knapp 20 Prozent weniger wirksam als die Mittel von Biontech und Moderna. Frank Ulrich Montgomery, Weltärztebund-Vorsitzender, hat deswegen gefordert, dass medizinisches Personal und Pflegekräfte ein anderes Mittel erhalten sollten. Kritik daran kommt nun von der Ärztekammer.
Nachrichten über Nebenwirkungen haben dazu geführt, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca von vielen Leuten zurückhaltend eingeschätzt wird. Mit 70 Prozent Wirksamkeit ist das Astrazeneca-Mittel auch nicht so wirksam wie die Alternativen von Biontech und Moderna – trotzdem immer noch deutlich wirksamer als zum Beispiel der Grippeimpfstoff.

Medizinisches Personal nicht mit Astrazeneca impfen

Trotzdem hatte die als niedrig wahrgenommene Wirksamkeit dazu geführt, dass der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, forderte, dass medizinisches Personal und Pflegekräfte nicht diesen Corona-Impfstoff gespritzt oder zumindest eine Wahlmöglichkeit bekommen. Zwar sei der Impfstoff genauso sicher wie die anderen und habe nach aktueller Studienlage auch nicht mehr Nebenwirkungen. „Doch die geringere Wirksamkeit lässt sich nicht wegdiskutieren“, sagte Montgomery der „Rheinischen Post“. Er habe Verständnis für medizinisches Personal, das sich nicht mit dem Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen wolle.
Corona-Impfstoff von AstraZeneca (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.02.2021
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Fatales Signal an Mediziner in der Dritten Welt

„Business Insider“ berichtet nun, dass der deutsche Spitzenverband der Fachärzte Montgomery in einem Brief an Weltärztebund-Präsident David Barbe vorwerfe, ein Selbstdarsteller zu sein und sich negativ in nationale Angelegenheiten einzumischen. Montgomerys Aussagen zu Astrazeneca seien inakzeptabel. „Wer so aus Gründen der Selbstdarstellung die Wirksamkeit und den Nutzen dieses Impfstoffs in Zweifel zieht und von einer Impfung des medizinischen Personals damit abrät, der sendet – so meinen wir – ein fatales Signal an unsere ärztlichen Kolleginnen und Kollegen in der Dritten Welt, die so in ihrem Kampf gegen Covid-19 ungeschützt bleiben.“
In dem Brief wird auch unmissverständlich signalisiert, dass Montgomery nach Ansicht des Verbandes seinen Aufgaben im Weltärztebund nicht gewachsen sei. „Herr Professor Frank Ulrich Montgomery lässt leider bei Nutzung einer jeden sich bietenden Gelegenheit öffentlicher Auftritte in Deutschland nicht erkennen, dass er mit seinen Einlassungen beabsichtigt, der ihm mit seiner Funktion im Weltärztebund übertragenen Verantwortung für alle Ärztinnen und Ärzte auf der Welt gerecht zu werden.“

40 Prozent Nebenwirkungen

Laut „Business Insider“ sprechen verärgerte Ärzte intern nur noch von „Herr M.“, sogar Montgomerys Ehrenpräsidentschaft bei der Bundesärztekammer werde infrage gestellt.
Im Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig waren allerdings nach der Impfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff von 88 Beschäftigten 37 kurzzeitig arbeitsunfähig, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Im Interview mit der FAZ berichtet Karl-Dieter Heller, Ärztlicher Direktor des Hospitals, dass die Betroffenen über Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Durchfall und Fieber bis zu 41 Grad Celsius – grippeähnliche Symptome – klagten. Damit hatte das Krankenhaus nicht gerechnet. Heller sagt:
„Wir hatten mit Nebenwirkungen bei zehn bis 15 Prozent der Mitarbeiter gerechnet, landeten dann aber bei 40 Prozent. Während man bei dem Impfstoff von Astrazeneca solche Nebenwirkungen nach der ersten Impfung beobachtet, kommen die Symptome bei dem Produkt von Biontech offenbar nach der zweiten Gabe. Ich habe gehört, dass es hier auch in einem deutlichen Maße zu Ausfällen kam. Die Impfstoffe sind offenbar also so potent, dass das Immunsystem stark darauf reagiert.“ Virologen würden daraus auf eine gute Wirkung der Impfung schließen. Tatsächlich hätte auch die Belegschaft im Herzogin Elisabeth Hospital vorab den klaren Wunsch geäußert, nicht das Produkt von Astrazeneca zu bekommen. Trotzdem sagte Heller gegenüber der FAZ:

„Der Impfstoff wirkt“

„Der Impfstoff wirkt und seine Wirkung wird nach einigen Wochen auch noch einmal stärker. Nicht geimpft sein, ist definitiv schlechter. mRNA-Impfstoff wird uns definitiv nicht zur Verfügung gestellt werden. Der Appell gilt weiter: Lasst euch impfen, auch mit dem Impfstoff von Astrazeneca.“
Der SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologie Karl Lauterbach will nun mit gutem Beispiel vorangehen. Er kündigte an, Ende kommender Woche als Impfarzt in einem Leverkusener Impfzentrum zu arbeiten und sich dabei den Impfstoff von Astrazeneca verabreichen zu lassen.
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