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Reine Profitgier oder schnellere Menschenrettung? 54 Euro pro Biontech/Pfizer-Dosis erregen Gemüter

© AFP 2020 / DON EMMERTFirmenlogo von Pfizer an der Wand vor dem Hauptsitz von Pfizer in New York.
Firmenlogo von Pfizer an der Wand vor dem Hauptsitz von Pfizer in New York. - SNA, 1920, 19.02.2021
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Die Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech sollen laut übereinstimmenden Medienberichten bei den EU-Verhandlungen im Juni rund 54 Euro pro Dosis ihrer Corona-Impfstoffs bei einer Abnahme von 500 Millionen Dosen gefordert haben. Das sorgt für eine neue Diskussion über die Engpässe der Ursula-von der Leyen-Leute.
Die EU hat den Vertrag mit Biontech/Pfizer erst im November abgeschlossen, nach monatelangen Verhandlungen. Der endgültige Preis wird bis heute zwar geheim gehalten, die Recherchen verweisen aber auf rund 16 Euro pro Dosis. Wäre der Preis bei 54,08 Euro geblieben, wie die Recherchen von NDR, WDR und SZ ergeben, wäre der Biontech-Impfstoff mehr als 20-mal so teuer gewesen wie eine Astrazeneca-Dosis. Argumentiert werde der hohe Preis laut der SZ nicht wirklich mit den Kosten für die Forschung und Entwicklung, sondern mit dem medizinischen Nutzen des Präparats als eines Wegs aus der Pandemie.
Noch Mitte Juni vergangenen Jahres hatte Biontech-Chef Ugur Sahin gemeint, kein Pharmaunternehmen werde sich mit dem Corona-Impfstoff „eine goldene Nase“ verdienen. Ob das auch für seinen US-Partner Pfizer gilt, der bekannterweise die Verhandlungen mit Brüssel führte? Es soll in dem großzügigen Angebot an die EU auch geheißen haben, man hätte die die Entwicklung des Impfstoffes „komplett selbst finanziert“. Das stimmt aber wenigstens für Biontech nicht, denn die Mainzer Firma wurde mit mehreren Millionen Euro staatlich unterstützt. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, hat den Vorstoss bereits als reines Profitstreben abgelehnt.
Corona-Impfstoff - SNA, 1920, 17.02.2021
Biontech/Pfizer: 200 Millionen weitere Impfstoffdosen für die EU vereinbart
Doch für die Twitter-Gemeinschaft hat da jedoch ihre eigene Meinung. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt etwa, der hohe Preis wäre ganz ok, wenn es im Gegenzug deutlich schnellere und frühere Produktion, z. B. Aufbau Marburg im Oktober, gegeben hätte. Der populäre Youtuber Wolfgang Schmitt gab seinen Senf dazu und schrieb, wer sich über den angeblich verlangten Preis von 54 Euro für den BionTech-Impfstoff beschwere, trage ja gerade Sneakers für 200 Euro, die eigentlich 12 Euro kosteten. „Die Geschäfte der Pharmaindustrie sind hochproblematisch, aber first things first: Impfen!“ Der Mann ging noch weiter und behauptete ohne Erwähnung von Steuerzahlern, die 54 Euro würden nicht die Bürger bezahlen, sondern der Staat bzw. die EU. Öfter kursiert die Kritik, der EU wäre ein Menschenleben etwa nicht 54 Euro wert. Ein Hinweis auf eine schnellere Produktion bei dem höheren Preis ergibt sich jedoch nicht.
Deshalb finden sich auch Gegenstimmen. „Ich bin nicht der Meinung, dass sich der Staat in einer Notlage von Pharmakonzernen alles diktieren lassen muss“, schrieb etwa der CDU-Politiker Ruprecht Polenz. „Der Punkt ist doch vielmehr, dass die Entwicklung bereits mit Steuergeldern finanziert wurde, für die wir mit unserer Arbeit aufkommen mussten und nun der Staat die Dosen zu einem monströsen Preis gleich nochmal von denselben Steuergeldern kauft“, schrieb seinerseits Nutzer Sascha Dörig. Das sei eine Umverteilungsfrage.
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