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23-Jährige von mutmaßlichem Stalker erstochen: Totschlag oder heimtückischer Mord? – Urteil erwartet

© SNA / Wladimir Fedorenko Ein Gerichtsurteil (Symbolbild)
Ein Gerichtsurteil (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.02.2021
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Ein 35-Jähriger aus Dessau soll eine junge Frau in Hannover erstochen haben. Zuvor soll er ihr in sozialen Netzwerken, aber auch telefonisch und persönlich nachgestellt haben. Nun soll das Landgericht Hannover darüber entscheiden, ob es Totschlag oder Mord war.
Der Mann soll im Januar 2020 in die Wohnung der 23-Jährigen eingedrungen sein und sie in ihrem Badezimmer mit einem Klappmesser erstochen haben. Laut Anklage wurde dabei die Halsschlagader durchtrennt – an den Folgen dieser Verletzungen starb das Opfer wenig später. Außerdem soll der Mann ihr mehrmals ins Gesicht geschlagen und sie mit einem Elektroschocker und Pfefferspray gequält haben.
Die Tat habe sich anhand der Beweise rekonstruieren lassen, auch wenn der 35-Jährige in der Verhandlung geschwiegen habe, sagte die Staatsanwältin Wiebke Gratz.
Die Anklage forderte nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur lebenslange Haft wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen, die besondere Schwere der Schuld solle festgestellt werden. Gratz habe von einem „Alptraum“ in ihrem Plädoyer gesprochen, der Nebenklagevertreter Marco Bennewitz habe die Ereignisse als eine „Horrorsituation“ bezeichnet.
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Die Verteidigung habe sich für neun Jahre Gefängnis wegen Totschlags ausgesprochen. Den Tod der jungen Frau habe der 35-Jährige nicht geplant, so der Verteidiger Daniel Brunkhorst. Am Donnerstag (11.30 Uhr) wird das Urteil am Landgericht Hannover verkündet (Az. 39 Ks 7/20).
Einen Tag nach dem Verbrechen hatte er sich allerdings in Dessau der Polizei gestellt – und gestanden. Der Dessauer sei von der 23-Jährigen besessen gewesen und auch davon, an ihrem Leben teilzuhaben, äußerte der Verteidiger Sven Tamoschus in seinem Plädoyer. Der Angeklagte habe die junge Frau nicht töten wollen, betonten die beiden Anwälte.
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Die beiden Deutschen hatten sich im Juli 2017 kennengelernt – das Opfer wollte aber keine Beziehung. Der 35-Jährige fühlte sich zurückgewiesen. Ab Dezember 2017 kam es zu Stalking-Angriffen. Der Mann soll begonnen haben, die 23-Jährige in sozialen Netzwerken, aber auch telefonisch und persönlich zu belästigen und ihr nachzustellen.
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