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Deutsch-russischer Handel: Rückgang nicht nur wegen Corona

© AP Photo / Matthias SchraderTransportschiffe im Hamburger Hafen (Archivbild)
Transportschiffe im Hamburger Hafen (Archivbild) - SNA, 1920, 18.02.2021
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Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts der seit 2019 beobachtete Rückgang im deutsch-russischen Handel erheblich beschleunigt. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle.
Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte das bilaterale Handelsvolumen um 22,5% auf 44,7 Milliarden Euro. Das ist der tiefste Stand seit zehn Jahren (bisheriger Negativrekord: 48 Milliarden Euro im Jahr 2016). Dabei gingen die Exporte von Deutschland nach Russland deutlich weniger stark zurück (-13,2 Prozent) als die Einfuhren aus Russland nach Deutschland (-30,5 Prozent). Erstmals resultierte daraus ein Handelsbilanzüberschuss zugunsten Deutschlands – und zwar in Höhe von 6,5 Prozent. In den Jahren zuvor hatte Russland stets mehr nach Deutschland exportiert als umgekehrt.

Leicht negative Handelsbilanz im letzten Jahrzehnt

Insgesamt verzeichnete der deutsch-russische Handel in den vergangenen zehn Jahren häufig Umsatzeinbußen. Positive Zahlen gab es nur in den Jahren 2011, 2012, 2017 und 2018. Demgegenüber stehen sechs Jahre mit rückläufiger Dynamik, insbesondere 2015, als die EU-Wirtschaftssanktionen zu wirken begannen, und das turbulente vergangene Jahr 2020. Insgesamt führte dies dazu, dass das Volumen der zwischen beiden Ländern gehandelten Waren um 23,2 Prozent unter dem Niveau von 2010 lag. Deutschlands Exporte nach Russland gingen in diesem Zeitraum um 12,5 Prozent und Deutschlands Importe aus Russland sogar um 32,1 Prozent zurück. 
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (Archivbild) - SNA, 1920, 16.02.2021
Russlandkonferenz mit Altmaier und den Ministerpräsidenten Weil und Kretschmer

Sanktionen und Ölpreisverfall

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer in Moskau sieht als Gründe für den Handelsrückgang zwischen Deutschland und Russland die Umorientierung Russlands nach China, die anhaltende Rubelabwertung, Sanktionen und die jüngsten politischen Verwerfungen wegen des Falls Nawalny. Darüber hinaus haben sinkende Rohstoffpreise die Handelsbilanz nach unten getrieben: Der durchschnittliche Preis für Öl war 2020 um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, der Gaspreis um ein Viertel. 
Die Verschlechterung der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern spiegelt sich auch im Anteil Russlands am Gesamthandel Deutschlands und umgekehrt im deutschen Anteil am russischen Handel wider. Während 2010 noch 3,3 Prozent des deutschen Außenhandels auf Russland entfielen (2012 sogar 4,1 Prozent), waren es 2020 nur noch 2,0 Prozent. Deutschland bleibt für Russland zwar ein wichtiger Handelspartner (2020 entfielen 7,4 Prozent des russischen Handels auf Deutschland), doch auch hier ist ein Schwund feststellbar.
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