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Neukaledonien: Separatisten holen erstmals Mehrheit in Regierung

© AFP 2020 / THEO ROUBYDas Bild zeigt die neukaledonische Flagge neben einem Plakat mit Mitgliedern der Unabhängigkeitsbewegung. 04.2018
Das Bild zeigt die neukaledonische Flagge neben einem Plakat mit Mitgliedern der Unabhängigkeitsbewegung. 04.2018 - SNA, 1920, 17.02.2021
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In dem französischen Überseegebiet Neukaledonien ist am Mittwoch ein neues Kabinett gewählt worden, wobei die Unabhängigkeitsbefürworter erstmals eine Mehrheit in der Regierung geholt haben.
Nach dem Aus der vorherigen Regierung vor zwei Wochen wurde auf dem Archipel im Südpazifik am Mittwoch ein neues Kabinett gewählt. Sechs der elf Mitglieder gehörten nun separatistischen Parteien an, berichtete der TV-Sender La Première Nouvelle Calédonie. Die Kräfteverhältnisse haben sich damit umgedreht.
Die Regierung in Nouméa war zuletzt in eine schwere Krise geraten. Fünf Anhänger der Unabhängigkeit hatten die Regierung Anfang Februar verlassen. Damit sprengten sie die seit eineinhalb Jahren amtierende Mehrparteienregierung von Präsident Thierry Santa. Einer der Gründe für die Krise war Medienberichten zufolge der schon seit längerem umstrittene Verkauf einer Nickelfabrik. Die Inselgruppe ist reich an Bodenschätzen und hat riesige Nickelvorkommen.
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Wer der neue Präsident wird, war noch unklar. Keiner der Kandidaten habe am Mittwoch eine Mehrheit bekommen, so La Première Nouvelle Calédonie unter Berufung auf eine Pressemitteilung. Die Wahl werde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Neukaledonien steht unter der Territorialhoheit Frankreichs, dessen Hauptstadt Paris 18.000 Kilometer entfernt ist. Bei einem Referendum im Oktober hatte sich die Mehrheit der Bewohner bereits zum zweiten Mal gegen die Unabhängigkeit der Inselgruppe östlich von Australien entschieden. Es könnte aber erneut abgestimmt werden: Ein 1998 unterzeichnetes Abkommen sieht bis zu drei Referenden bis 2022 vor.
Den Archipel Nouvelle-Calédonie (wörtlich übersetzt: Neuschottland) hatte der britische Seefahrer James Cook im Jahr 1774 bei seiner zweiten Südseereise als erster Europäer betreten. 1853 wurde er von der Kolonialmacht Frankreich „in Besitz genommen“ und als Sträflingsinsel genutzt.
Die einheimischen melanesischen Stämme wurden zuvor gewaltsam von ihrem Land vertrieben, um den Sträflingen nach Verbüßung ihrer Strafe sechs Hektar Land zu geben. 1921 lebte kaum noch die Hälfte der Ureinwohner, die in Reservaten gepfercht, weitgehend ihrer Kultur beraubt worden waren. Heute leben in Neukaledonien neben den Ureinwohnern vor allem Nachfahren der Kolonisten sowie viele Zuwanderer aus anderen Pazifikstaaten.
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