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Impfskepsis bei AstraZeneca-Mittel

© SNA / Wladimir TrefilowCorona-Impfstoff von AstraZeneca (Symbolbild)
Corona-Impfstoff von AstraZeneca (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.02.2021
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Die Wirksamkeit des Impfstoffes von Astra-Zeneca ist schlechter als die der zugelassenen Konkurrenten. Außerdem sollen die Nebenwirkungen stärker sein. Es häufen sich Berichte über Weigerungen, sich damit impfen zu lassen.
Der Impfstoff von AstraZeneca hat mit 65 bis 70 Prozent eine geringere Wirksamkeit als die beiden anderen in Deutschland zugelassenen Impstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, deren Wirksamkeit bei über 90 Prozent liegt. Zuletzt häuften sich außerdem Berichte über stärkere Nebenwirkungen des Vakzins als bei seinen Konkurrenten von Biontech/Pfizer und Moderna. Der AstraZeneca-Impfstoff ist in Deutschland nur für unter 65-Jährige zugelassen.

Impfweigerung beim medizinischen Personal

Im Zusammenhang mit der niedrigeren Wirksamkeit gibt es Berichte über eine geringere Bereitschaft zur Impfung mit dem Produkt. So kritisierte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann, dass am Wochenende bei einer „Sonderimpfung im medizinischen“ Bereich 54 Prozent von 200 zur Impfung angemeldeten Personen nicht erschienen seien, ohne den Termin abzusagen.
Nach Klagen von Klinik-Angestellten über Nebenwirkungen sind in Niedersachsen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca an zwei Orten vorübergehend gestoppt worden. Bei ungewöhnlich vielen Mitarbeitern hatte es starke Impfreaktionen gegeben. Häufige Nebenwirkungen sind Fieber, Erbrechen oder Schüttelfrost.
AstraZeneca-Impfstoff gegen Corona (Symbolfoto) - SNA, 1920, 15.02.2021
Auffällige Nebenwirkungen: Schwedische Regionen stoppen vorerst Einsatz des AstraZeneca-Vakzins
Im Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig traten von 88 Beschäftigten, die am Donnerstag letzter Woche geimpft wurden, 37 wegen Impfreaktionen vorübergehend nicht zur Arbeit an. Die weiteren Impfungen wurden ausgesetzt – auch um den Betrieb nicht zu gefährden, sagte eine Sprecherin.
Zunehmend Skepsis gegenüber dem AstraZeneca-Impfstoff gibt es auch in Nordrhein-Westfalen. Beim Rettungsdienst in Dortmund meldete sich rund ein Viertel der Beschäftigten nach der Impfung krank.
Ähnliche Berichte über Impfstopps aufgrund starker Nebenwirkungen oder Zweifel an der Wirksamkeit gibt es aus der Schweiz, Schweden und Frankreich.

Impfdosen ungenutzt

In Deutschland wurden von 736.800 bislang gelieferten Impfdosen von Astra-Zeneca nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bis Anfang der Woche lediglich 64.869 Dosen verimpft. In Brandenburg kam der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers bisher wohl noch gar nicht zum Einsatz, in Baden-Württemberg wurden bisher lediglich 0,19 Prozent der vorhandenen Impfdosen verwendet.

Vorsitzender des Weltärztebundes fordert freie Impfstoff-Wahl

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach sich wegen der geringeren Wirksamkeit in der „Rheinischen Post“ gegen eine AstraZeneca-Impfung bei medizinischem Personal aus – die Probleme ließen sich nicht „wegdiskutieren“.
Montgomery fordert:
„Es muss eine Auswahlmöglichkeit der Impfstoffe für die Menschen geben, damit die Impfbereitschaft hoch bleibt.“

Die Verteidiger bringen sich in Stellung

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der „Rheinischen Post“:
„Alle Impfstoffe haben ein reguläres Zulassungsverfahren durchlaufen und sind hochwirksam.“
Für die nächsten Monate bleibe absehbar, dass nicht ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stünden.
„Deshalb muss priorisiert werden. Solange das so ist, kann es keine Wahlmöglichkeiten geben.“
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterstrich, dass der Impfstoff von AstraZeneca sicher sei. Er selbst würde sich impfen lassen, sagte er dem TV-Sender RTL.
„Ausdrücklich auch mit Astra-Zeneca. Das ist ein sicherer und wirksamer Impfstoff“, unterstrich er.
Der Virologe Christian Drosten hält grundsätzliche Bedenken gegen den AstraZeneca-Impfstoff für unbegründet und ist für einen breiten Einsatz des Präparats. Er sehe keine Veranlassung, das Vakzin aus schwedisch-britischer Produktion in Deutschland nicht zu spritzen, sagte der Charité-Virologe im Podcast „Coronavirus-Update“ vom Dienstag bei NDR-Info. Wenn er sich die öffentliche Diskussion um diesen Impfstoff anschaue, habe er den Eindruck, dass vieles falsch verstanden worden sei.
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