Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Russlandkonferenz mit Altmaier und den Ministerpräsidenten Weil und Kretschmer

© SNA / Alexander GalperinWirtschaftsminister Peter Altmaier (Archivbild)
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (Archivbild) - SNA, 1920, 16.02.2021
Abonnieren
Die 8. Russlandkonferenz war hochkarätig besetzt, wenn auch in diesem Jahr virtuell. Das hatte den Vorteil, dass mit 1500 Teilnehmern dreimal so viele Experten dabei waren wie sonst. Wirtschaftsminister Altmaier gratulierte Russland zu seinem Corona-Impfstoff und bekannte sich zu Nord Stream 2 – wie auch die Ministerpräsidenten Weil und Kretschmer.
Am 16. Februar organisierte die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) die traditionelle große Russland-Konferenz. Die Konferenz ist der Entwicklung des russischen Marktes gewidmet und gilt als die größte regelmäßig stattfindende Plattform zum Austausch über das Russlandgeschäft. Erstmals fand sie in diesem Jahr in einem interaktiven Online-Format statt. Statt der üblichen 500 Gäste konnten so mehr als 1500 Unternehmensvertreter und Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft teilnehmen und sich aus erster Hand über das Geschäftsklima und wichtige wirtschaftspolitische Weichenstellungen in Russland informieren.
Zu den Ehrengästen der Konferenz unter dem Titel „Neue Wege: Deutsch-Russische Partnerschaften“, gehörten hochrangige Politiker, darunter Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und der russische Industrie- und Handelsminister Denis Manturow.

Altmaier: Deutsch-russische Beziehungen am Tiefpunkt

Bundesminister Peter Altmaier, der heute auch noch bei einem kurzfristig einberufenen Corona-Gipfel mit 40 Wirtschaftsverbänden Rede und Antwort stehen muss, schickte ein Grußvideo zur Russlandkonferenz. Der Wirtschaftsminister setzte in seiner Rede auf die übliche Pendeltaktik mit viel Schelte, aber auch Lob. So machte Altmaier den gesamten Fächer der westlichen Russlandkritik auf: von der Krim über die Ostukraine bis hin zu Nawalny. Die deutsch-russischen Beziehungen seien an einem Tiefpunkt angelangt, konstatierte Altmaier.
Auf der anderen Seite sei das Interesse an einer guten Zusammenarbeit auf beiden Seiten groß, meinte der Minister. Die meisten der derzeit rund 5000 deutschen Unternehmen in Russland seien auch im schwierigen Pandemiejahr im Land geblieben. Altmaier selbst war bereits viermal als Minister zu Gesprächen in Russland.

Altmaier gratuliert zu „Sputnik V”

Altmaier beglückwünschte die russischen Forscher zum Impfstoff „Sputnik V”, „der viele erstaunt hat“. Hier sehe er auch eine „gute Basis für eine enge Kooperation mit Deutschland“.
Zur umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 hätte sich seine „Position nicht verändert“, meinte der Minister. Es wäre „falsch, das Projekt ständig wieder in Frage zu stellen“. Nord Stream 2 sei kein Widerspruch zur Energiepolitik der Bundesregierung, da über die Leitung nicht nur Gas, sondern auch erneuerbarer Wasserstoff transportiert werden könne.
Corona-Impfstoff Sputnik V - SNA, 1920, 06.02.2021
„Der Lada der Impfstoffe“ und Abbitte für die Russen: „Sputnik V“ hat nun Karl Lauterbach-Effekt

Interesse der deutschen Wirtschaft an Russland ungebrochen

Ähnlich äußerten sich auch die anderen Ehrengäste der Konferenz. Rainer Seele, Präsident der AHK Russland und auch Vorstandsvorsitzender der österreichischen Energiefirma OMV, einem der europäischen Finanziers von Nord Stream 2, bezeichnete die Pipeline als „eine weitere Brücke zwischen Russland und Deutschland“.
Seele berichtete, dass die AHK allein im vergangenen Jahr trotz Pandemie und geschlossener Grenzen mehr als zehn Prozent Zuwachs hatte und inzwischen auf über 1000 Mitglieder kommt. Trotz Corona hätten deutsche Unternehmen in den ersten drei Quartalen 2020 1,3 Milliarden Euro in Russland investiert. In einer aktuellen Umfrage der AHK unter ihren in Russland tätigen deutschen Mitgliedern bezeichneten 89 Prozent ihre eigene Geschäftslage als gut oder sehr gut.

Moskau Spitze beim Schneeräumen

Der deutsche Botschafter Géza Andreas von Geyr erzählte, dass in Moskau gerade minus 25 Grad sind, und zeigte sich beeindruckt, wie schnell sich die Stadt um die Räumung der Rekordschneemassen der letzten Tage kümmern würde.
Von Geyr verwies darauf, dass es nicht nur starke wirtschaftliche, sondern auch kulturelle und zivilgesellschaftliche Brücken zwischen Russland und Deutschland gebe.
Allerdings beschwerte sich der Botschafter über die Ausweisung eines seiner Kollegen Anfang Februar. Ihm wurde vorgeworfen, an illegalen Protesten für die Freilassung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny teilgenommen zu haben.
Sergej Netschajew, der russische Botschafter in Deutschland, bezeichnete die Versuche, die Fertigstellung von Nord Stream 2 zu stören, als nicht fair und entgegen dem wirtschaftlichen Wettbewerb. Der Botschafter spielte damit auf die Sanktionen der USA gegen den Bau der Pipeline an.

Ministerpräsidenten für Nord Stream 2

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, unterstrich, dass sich seine Regierung sehr für die Fertigstellung der Pipeline Nord Stream 2 einsetze. Ihn habe es gefreut, auch in Gesprächen in Berlin immer wieder zu erfahren, dass die Bundesregierung auf jeden Fall an dem Projekt festhalten wolle. Die Pipeline hätte „eine Bedeutung auch für die kommenden Generationen“, so Kretschmer.
Der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stefan Weil, betonte in seiner Keynote, dass es gerade in schwierigen Zeiten wichtig sei, Gesprächsformate nicht abbrechen zu lassen. Wir würden derzeit so etwas wie einen „Kalten Frieden“ zwischen der EU und Russland erleben, meinte Weil.

„Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern sichert jedoch den Frieden auf dem gesamten Kontinent und führt hier wie in Russland zu Wohlstand.“

Stephen Weil (Archivbild) - SNA
Stefan Weil
Ministerpräsident von Niedersachsen (SPD)
Als einen Schlüssel dafür sieht der Ministerpräsident die Energiebeziehungen, die sich über Jahrzehnte bewährt hätten für beide Seiten – mit einer sicheren Energieversorgung für Deutschland und sicheren Einnahmen für Russland. Weil sprach sich in diesem Zusammenhang auch klar für das Projekt Nord Stream 2 aus.
Der Ministerpräsident teile zwar die Kritik an Russland in Bezug auf die „Inbesitznahme der Krim“, er sehe aber keinen Nutzen in den daraufhin verhängten Sanktionen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала