Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Karl Lauterbach beklagt Hasswelle und lässt sich auf Geplänkel mit FC Bayern-Trainer Flick ein

© AFP 2020 / HANNIBAL HANSCHKEBundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht mit dem SPD-Politiker und Professor für Gesundheitsökonomie und Epidemiologie Karl Lauterbach vor einer Pressekonferenz zur Situation der Coronavirus-Pandemie in Deutschland in Berlin, den 29. Januar 2021.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht mit dem SPD-Politiker und Professor für Gesundheitsökonomie und Epidemiologie Karl Lauterbach vor einer Pressekonferenz zur Situation der Coronavirus-Pandemie in Deutschland in Berlin, den 29. Januar 2021. - SNA, 1920, 15.02.2021
Abonnieren
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigt sich von heftigen Anfeindungen gegen seine Person betroffen. Parallel muss er sich auch noch vor Kritik des FC Bayern-Trainers Hansi Flick verteidigen. Viele Fans stützen dem 57-Jährigen den Rücken, jedoch hagelt es weitere Schläge gegen den „Warner der Nation”.
Zuerst auf Twitter und dann in einem „Spiegel”-Interview berichtete der SPD-Mann über Morddrohungen und Beleidigungen, die in einer Hasswelle im Internet über ihn rollen würden. Die Schmähungen würden ihn auch per Direktnachricht, per Mail und per Brief erreichen, so dass er nötige Anzeigen veranlassen müsse. Lauterbach ist sich sicher: Diese Menschen möchten ihn und andere mit allen Mitteln zum Schweigen bringen. Er kenne einige Wissenschaftler, die sich nach Drohungen im Netz jetzt deutlich vorsichtiger äußern würden. Dabei machen ihm die Drohungen und Aufrufe zur Gewalt gegen ihn oder seine Familie Sorgen. Dies sei eine „neue Dimension der verbalen Brutalität”, so Lauterbach. Als Nachweis hat er auf seiner Twitter-Seite Screenshots mit Kommentaren in rechten bis rechtsextremen Foren geteilt.
Zuvor hatte Lauterbach die Reise des FC Bayern zur Klub-WM nach Katar, wo der Spieler Thomas Müller positiv auf Corona getestet worden war, als unverantwortlich kritisiert. Das Vorpreschen des FCB-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge in Sachen Impfungen für Fußballprofis hatte er als „höhnisch” bezeichnet. Die Fußballprofis sollten ja auch Vorbilder sein, seien das aber auf keinen Fall, sagte Lauterbach gegenüber Sport1.
Die Antwort von FC Bayern-Trainer Hansi Flick ließ nicht lange auf sich warten.

„Der Herr Lauterbach hat immer zu allem einen Kommentar abzugeben. Wenn ich nicht in der Verantwortung stehe und mir nur das Ergebnis anschaue, kann ich das immer leicht bewerten“ -

Hansi Flick
FC Bayern-Trainer
sagte der 55-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen Arminia Bielefeld. „Der Herr Lauterbach hat immer zu allem einen Kommentar abzugeben. Wenn ich nicht in der Verantwortung stehe und mir nur das Ergebnis anschaue, kann ich das immer leicht bewerten“, sagte der 55-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen Arminia Bielefeld. Stattdessen wünschte er sich, dass „die sogenannten Experten“, die Politiker sich zusammensetzen und wirklich einmal eine Strategie entwickeln würden, damit man irgendwann einmal wieder zur Normalität zurückkomme – gerade für Bürger, die keinen Sonderstatus wie „wir Fußballer“ genießen würden. Er selbst sei für die Berufsausübung bereits an die 100 Mal getestet worden. Und die Reise nach Katar zur Club-WM sei der Beruf, den man ausüben müsse. Lauterbach konterte sofort. „Sogenannte Experten“ äußerten sich, weil Journalisten sie um Einschätzung bäten. Wenn Flick anderer Meinung sei, solle er einfach seine Argumente bringen.
Im Zusammenhang mit den Hass-Meldungen bekommt Lauterbach aktuell viel Unterstützung. Der prominente Musiker Igor Levit sicherte ihm etwa „volle Solidarität“ zu. „Karl Lauterbach kommt aus einer Arbeiterfamilie. (..) Er hat sich alles, was er hat, erarbeitet. Und braucht sich nicht von einem lebensfremden Multimillionär abkanzeln lassen“, legte der junge SPD-Politiker Philipp Le Butt mit Blick auf Flick nach. „Viel Kraft Ihnen, lieber Herr Lauterbach. Danke für Ihren unermüdlichen Einsatz!“, wird er weiter von einer Anhängerin gelobt.
Allerdings finden sich auch viele, die sich mit Lauterbachs wiederholten Warnungen unzufrieden zeigen. „Welchen unermüdlichen Einsatz? Welchen? Außer Verboten und Angstmacherei hat Herr Lauterbach doch noch gar nichts bewirkt!“, schreibt ein Nutzer. „Das ist schon ein bisschen Schwachsinn, wenn man immer noch nicht den Unterschied zwischen Freizeitsport und Profisport verstanden hat. Und dann eine vermeintliche Doppelmoral zu beklagen, während man selber durch die ganze Republik zu jeder Talkshow reist, ist einfach idiotisch!“, äußerte sich eine andere Nutzerin.
Karl Lauterbach (Archivbild) - SNA, 1920, 19.01.2021
Schwerkranke trotz Todesfällen weiter impfen? SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach anwortet SNA
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала