Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Impfkampagne in Israel bestätigt hohe Wirksamkeit von BioNTech-Impfstoff

© REUTERS / AMIR COHENImpfkampagne in Israel
Impfkampagne in Israel - SNA, 1920, 15.02.2021
Abonnieren
Die hohe Wirksamkeit von über 90 Prozent des Impfstoffes von BioNTech/Pfizer scheint sich auch in der Praxis bestätigt zu haben, wie Daten aus Israel zeigen. Es gibt auch Hoffnung, dass die Impfstoffe vor Ansteckung schützen.
Israel ist beim Impfen seiner Bevölkerung mit Abstand am schnellsten weltweit. Entsprechend fortgeschritten sind dort auch die Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Impfstoffe. Erste Daten sind vielversprechend.
Die Zahl der Neuerkrankungen an Covid-19 ist in Israel im Vergleich zum vorläufigen Höhepunkt der dortigen dritten Welle vor drei Wochen um 58 Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ist um 44 Prozent gesunken, wie die Auswertung der Daten des Gesundheitsministeriums durch Experten des Weizmann-Instituts zeigen.
Allerdings ist als neuer Trend zu beobachten, dass inzwischen eher jüngere Menschen (unter 60 Jahren) als Covid-Patienten eingeliefert werden. Dies hängt offenbar auch damit zusammen, dass die Älteren in Israel zunehmend durchgeimpft sind. Von den 70- bis 79-Jährigen haben laut Gesundheitsministerium bereits 95,4 Prozent die erste und 88 Prozent die zweite Impfdosis erhalten.
Israel hat als eines der ersten Länder weltweit noch vor Weihnachten, am 20. Dezember, mit seiner Impfkampagne begonnen. Inzwischen haben rund 3,67 Millionen Israeli die erste Impfdosis erhalten, das entspricht etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 2,4 Millionen Personen beziehungsweise gut 26 Prozent erhielten bereits die zweite Dosis. Damit ist Israel weltweit führend.
  - SNA, 1920, 15.02.2021

BioNTech-Impfstoff hochwirksam

Israels Gesundheitssystem ist stark digitalisiert. So können die Daten problemlos wöchentlich erfasst werden. Für den Hersteller des in Israel verabreichten Impfstoffes BioNTech/Pfizer sind diese von unschätzbarem Wert, da hier im Praxistest bedeutend mehr Personen geimpft werden, als je in eine Studie eingeschlossen werden könnten.
Erste Daten von Maccabi, einer der vier gesetzlichen Krankenkassen in Israel, die nun eine Vergleichsstudie vorgelegt hat, bestätigen den von Biontech/Pfizer bereits in der Studienphase ermittelten Wirkungsgrad ihres Impfstoffes von über 90 Prozent.
Pfizer/BioNTECH-Impfstoff - SNA, 1920, 12.02.2021
„Leben retten oder Profite maximieren?“ – Polit-Kollektiv ruft zu Leak von Biontech-Impfstoff auf
Unter den 523.000 Versicherten, die bereits die zweite Impfdosis erhalten haben, steckten sich laut Maccabi lediglich 544 Personen oder 0,1 Prozent mit dem Virus an. Die Erhebung fand eine Woche nach der Verabreichung der zweiten Dosis statt. Das Ergebnis entspreche einer Wirksamkeit von 93 Prozent, teilte die Kasse mit. Die meisten Erkrankten hatten keine oder nur leichte Symptome. Lediglich 15 mussten im Krankenhaus behandelt werden, wobei nur vier von ihnen schwere Symptome zeigten. Keine einzige Person sei gestorben.
Stichproben unter 628.000 ungeimpften Versicherten zeigten laut der Versicherung, dass sich in der gleichen Zeit 18.425 Personen beziehungsweise 2,9 Prozent mit Sars-Cov-2 infiziert hatten.
Bei Maccabi sind etwa ein Viertel aller Israeli versichert, wobei viele eher zum Kreis der Bessergestellten zählen. Für eine endgültige Bestätigung des Wirkungsgrades des Impfstoffes sei deshalb auch die Analyse der Ergebnisse von Clalit, der größten Krankenkasse, nötig, die bald vorliegen soll.

Auch Schutz vor Ansteckung?

Es ist in der derzeitigen Phase der Pandemie eine zentrale Frage: Die Corona-Impfung schützt Menschen vor der Krankheit Covid-19, aber sind Geimpfte im Falle einer Infektion auch weniger ansteckend? Das untersuchte das Team um Idan Yelin vom Institute of Technology in Haifa an Laborbefunden von insgesamt knapp 5800 Infizierten, die nachträglich ausgewertet wurden. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte eine Impfdosis mit dem BioNTech/Pfizer-Präparat erhalten, die anderen waren ungeimpft. Erste Ergebnisse der Studie machen Mut: Infizieren sich Menschen nach einer Corona-Impfung mit dem Erreger Sars-Cov-2, reproduzieren sie anscheinend weniger Viren als Ungeimpfte – und wären damit weniger ansteckend. Das gelte schon nach einer einzigen Impfdosis, schreiben israelische Forscher in einer Studie, die allerdings noch nicht von Experten begutachtet wurde.
Bei jenen 1140 Menschen, deren Impfung bereits zwölf bis 28 Tage zurücklag, war die per PCR-Untersuchung ermittelte Viruslast um den Faktor vier geringer als bei den Ungeimpften. Künftige Studien müssten jedoch zeigen, wie lange ein solcher Effekt tatsächlich andauere. Unklar sei auch, ob die bei den Geimpften nachgewiesenen Viren überhaupt infektiös waren – es könnten auch nicht vermehrungsfähige Virushüllen gewesen sein. Eine andere Frage sei, wie viele Rückschlüsse die geringere Viruslast der Geimpften tatsächlich auf deren Infektiosität zuließe.
Zudem gelte es zu klären, wie sich die zweite Impfdosis auf die Viruslast von Infizierten auswirke.

„Die Beantwortung dieser Fragen wird Zeit benötigen, aber sie wird unabdingbar sein, um die Auswirkung von Impfkampagnen auf die epidemiologische Lage zuverlässig einschätzen und vorhersagen zu können.“

Marco Binder
Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала